Wer macht das Rennen um die Kanzlerkandidatur? Armin Laschet (CDU, l.), NRW-Ministerpräsident und CDU-Parteivorsitzender, oder Markus Söder (CSU), Ministerpräsident des Landes Bayern? © picture alliance/dpa
Kanzlerkandidat der Union

Armin Laschet oder Markus Söder? Wen die Dortmunder CDU befürwortet

Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) haben ihre Hüte in den Ring geworfen und bewerben sich als Kanzlerkandidaten. Das CDU-Präsidium steht hinter Laschet. Doch wen befürworten Lokalpolitiker?

Das CDU-Präsidium hat sich am Montagmittag hinter eine Kanzlerkandidatur des CDU-Parteichefs und NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet gestellt.

Berliner Landes-CDU ist für Markus Söder

Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Parteikreisen berichtet, bescheinigen Präsidiumsmitglieder Armin Laschet, „Meinungen zusammenzuführen, Haltung zu entwickeln und diese auch durchgehend zu vertreten“.

Das Präsidium der Berliner Landes-CDU sprach sich indes für Markus Söder als Kanzlerkandidaten aus. „Markus Söder ist der zupackende, erfolgreiche Krisenmanager, der Deutschland aus der Pandemie führen und das Land zukunftsfest machen kann“, twitterte der CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner.

So reagieren Dortmunder CDU-Politiker

Die Meinungen der Dortmunder CDU-Politiker gehen weit auseinander.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende der Bezirksvertretung Hörde, Michael Depenbrock, begrüßt, dass der CDU/CSU gleich zwei Kandidaten zur Verfügung stehen. „Eine Volkspartei muss eine Auswahl bieten.“

So sieht es auch der Parteichef der Dortmunder CDU, Sascha Mader. „Ich traue beiden Kandidaten das Amt zu.“

Michael Depenbrock findet aber auch, dass die Entscheidung für einen der Kandidaten zeitnah fallen sollte. Auf einer Pressekonferenz am Montagnachmittag (12.4.) kündigte Armin Laschet genau das an: Noch heute wolle er das Gespräch mit Markus Söder suchen, damit „recht bald“ die Kanzler-Frage geklärt werden könne.

Michael Depenbrock, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung Hörde, der sich für die Bundestagswahl im September aufstellen lassen möchte, kann sich zwischen Söder und Laschet als Kanzlerkandidaten noch nicht entscheiden.
Michael Depenbrock, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung Hörde, der sich für die Bundestagswahl im September aufstellen lassen möchte, kann sich zwischen Söder und Laschet als Kanzlerkandidaten noch nicht entscheiden. © privat © privat

Michael Depenbrock, der sich für die Bundestagswahl im September aufstellen lassen möchte, kann bisher noch nicht sagen, wen er als Kanzler bevorzugen würde. „Ich möchte von beiden Kandidaten noch mehr erfahren, wofür sie stehen, wie sie das Land führen wollen.“

Beiden, so Depenbrock, hätten ihre „Qualitäten“. Laschet gelte als verbindend, Söder sehe er aktuell eher in der Rolle des Machers. Wobei: „Die Inzidenzwerte in Bayern sind auch nicht gerade die besten.“

Das sagen die Bezirksvertreter im Dortmunder Nordosten

Die Bezirksvertreter im Nordosten der Stadt halten Armin Laschet nicht für die beste Wahl.

Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin von Eving, Petra Frommeyer, sagt: „Armin Laschet macht einen guten Job in NRW, aber mein Favorit wäre er nicht gewesen, obwohl ich beide Kandidaten für geeignet halte. Man sollte zwar nicht übermäßig viel Wert auf Umfragen legen, aber ich bin ein Mensch, der gerne auf die Basis hört.“

Erst Mitte vergangener Woche (6. bis 8.4.) hatte infratest dimap herausgefunden, dass nur noch jeder vierte Wahlberechtigte in NRW mit der Arbeit von Armin Laschet zufrieden ist. 69 Prozent seien unzufrieden, das sei der schlechteste Wert seit Laschets Wahl zum Ministerpräsidenten 2017.

Mader: „Ich messe Menschen nicht an ihren Fehlern“

Sascha Mader gibt nicht viel auf diese Umfrage-Ergebnisse. „Das ist doch schizophren“, sagt er. Er könne verstehen, dass die Pandemie viele Menschen beschäftige, aber er hält Armin Laschet zugute, dass er handelt.

„Laschet hat mal gute mal weniger gute Entscheidungen getroffen“, sagt er. „Aber ich messe Menschen nicht an ihren Fehlern, sondern an den Leistungen, die sie für das Land bringen.“

Petra Frommeyer sagt, dass sie sich für Markus Söder ausgesprochen hätte. Auch ihr Parteikollege und Bezirksbürgermeister von Scharnhorst, Werner Gollnick, bevorzugt Markus Söder, da er „mehr für die konservativen Werte der CDU“ stehe.

„Bei Laschet hätte ich Angst, dass alles zu einem Einheitsbrei wird“, sagt er.

Dirk Risthaus, stellvertretender Bürgermeister in Brackel, stimmt mit der Präsidiums-CDU überein und hält die Entscheidung für gut. „Laschet ist jemand, der besser vermitteln könnte und das Große und Ganze im Blick hätte.“

Ihre Autoren
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
Zur Autorenseite
Avatar
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
Zur Autorenseite
Andreas Schröter

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.