Archäologen machen erneuten Fund bei Ausgrabungen in Dortmund

Bei Bauarbeiten

Erneut sind Archäologen bei Arbeiten am Ostentor auf ein Stück Stadtgeschichte gestoßen. Dabei war der neue Fund eine echte Überraschung – denn er wird in keiner historischen Quelle erwähnt.

Dortmund

15.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Für den Laien kaum erkennbar, für den Fachmann selbstverständlich: Schicht für Schicht hatte man Mitte des 16. Jahrhunderts den Wassergraben wieder verfüllt.

Für den Laien kaum erkennbar, für den Fachmann selbstverständlich: Schicht für Schicht hatte man Mitte des 16. Jahrhunderts den Wassergraben wieder verfüllt. © Stadt Dortmund / LQ-Archäologie

Archäologen haben bei Tiefbauarbeiten für ein neues Leitungsnetz am Ostentor erneut ein Stück Stadtgeschichte gefunden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Dortmund. Demnach sei das Tor zur Stadt einst durch einen dritten Wassergraben geschützt worden. Der Fund stamme aus dem 16. Jahrhundert.

Deutlich erkennbar, die dunkelgrauen Schichten der Grabenverfüllungim Profil und im Planum des Leitungsgrabens.

Deutlich erkennbar, die dunkelgrauen Schichten der Grabenverfüllungim Profil und im Planum des Leitungsgrabens. © Stadt Dortmund / LQ-Archäologie

Die Existenz des Grabens war der Denkmalbehörde bislang völlig unbekannt, heißt es weiter. Der Graben sei etwa fünf bis sechs Meter breit und liege unmittelbar vor dem Vorwerk des Ostentores. Der Fund des Grabens erweise sich für die Fachleute als echte Überraschung, da in keiner historischen Quelle Informationen zu einem zusätzlichen Graben vor dem Ostentor zu finden seien.

Stadtbrand zerstörte Überlieferungen

Gründe dafür liegen laut Mitteilung einige Jahrhunderte zurück im Jahr 1232. Bei einem großen Stadtbrand seien damals nicht nur ein großer Teil des dicht besiedelten Stadtkerns, sondern auch ältere schriftliche Überlieferungen zerstört worden. Daher bestehe immer noch ein unvollständiges Bild zur Geschichte der Stadt.

Bereits im Juli konnten Archäologen bei den Tiefbauarbeiten bauliche Überreste des Ostentores und des mittelalterlichen Hellwegpflasters dokumentieren. Es sei zu erwarten, dass während der Arbeiten noch weitere Funde entdeckt werden.

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