Arbeiten am Emscher-Sperrwerk: Holzbrücke ist für fünf Monate dicht

Hochwasser-Rückhaltebecken Ickern-Mengede

Die Emschergenossenschaft muss die Schütztafeln des Sperrwerks am Hochwasserrückhaltebecken neu richten. Spaziergänger erwarten Beeinträchtigungen. Die Arbeiten folgen besonderen Vorgaben.

Mengede, Ickern

, 01.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Sperrwerk am Hochwasser-Rückhaltebecken an der Stadtgrenze von Dortmund und Castrop reguliert den Wasserstand der Emscher in allen flussabwärts gelegenen Städten und Gemeinden.

Das Sperrwerk am Hochwasser-Rückhaltebecken an der Stadtgrenze von Dortmund und Castrop reguliert den Wasserstand der Emscher in allen flussabwärts gelegenen Städten und Gemeinden. © Uwe von Schirp

Bauarbeiten am Sperrwerk des Hochwasser-Rückhaltebeckens (HRB) Ickern-Mengede: Ab Dienstag (2. Juni) erneuert die Emschergenossenschaft die vier Schütztafeln an der Talsperre. Außerdem tauscht sie im Zuge der Arbeiten die Stahlrahmen des Bauwerks aus. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis Ende Oktober dauern.

Im ersten Schritt werden die beiden in Fließrichtung gesehenen linken Schütztafeln ausgebaut, im zweiten die beiden rechten. Die Erneuerung ist notwendig, da leichte Verformungen an den Tafeln aufgefallen waren. Dadurch hatten sich die Zeiten zum Öffnen und Schließen geringfügig verlängert.

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Zunächst errichten Arbeiter am Sperrbauwerk ein Gerüst. Bei den Arbeiten muss die Emschergenossenschaft den Vorgaben der unteren und höheren Naturschutzbehörde folgen, sodass Uferrand- und Grasbereiche in der Brutzeit unberührt bleiben.

Emschergenossenschaft sperrt Holzbrücke

Geräte und Material werden mit einem Kran über die entsprechenden Stellen gehoben – so auch die Schütztafeln. Sie werden zum Richten und Lackieren abtransportiert und vorübergehend durch ein Provisorium ersetzt. Voraussichtlich im August werden die linken Tafeln wieder am Sperrbauwerk eingesetzt.

Über das Sperrwerk führt eine Holzbrücke. Sie verbindet den Emscherweg mit dem Hof Emschertal. Während der Bauarbeiten ist die Brücke gesperrt.

Über das Sperrwerk führt eine Holzbrücke. Sie verbindet den Emscherweg mit dem Hof Emschertal. Während der Bauarbeiten ist die Brücke gesperrt. © Uwe von Schirp

Dann folgt die Überarbeitung der beiden rechten Tafeln. Darüber hinaus werden im Rahmen der Arbeiten auch die Stahlrahmen des Bauwerks ausgebaut und durch stärkere ersetzt. Mit der Inbetriebnahme der erneuerten Tafeln kommt am Sperrbauwerk auch eine moderne Steuerungssoftware zum Einsatz.

Während der Arbeitszeiten kann es werktags zwischen 7 und 20 Uhr zu einem erhöhten Geräuschpegel kommen. Um Spaziergänger und Radfahrer keiner Gefahr auszusetzen, sperrt die Emschergenossenschaft ab Dienstag am Sperrbauwerk darum die Holzbrücke über die Emscher.

500 Meter flussabwärts, in Höhe der JVA Meisenhof, ist eine Brücke, die ein Überqueren der Emscher während der Bauzeit ermöglicht.

500 Meter flussabwärts, in Höhe der JVA Meisenhof, ist eine Brücke, die ein Überqueren der Emscher während der Bauzeit ermöglicht. © Uwe von Schirp

Wenn dort keine Arbeiten stattfinden, wird die Brücke – abhängig vom Arbeitsfortschritt – tageweise geöffnet. Fußgänger und Radfahrer können alternativ die Emscher über die Brücke in Höhe der JVA etwa 500 Meter flussabwärts überqueren. Die Emschergenossenschaft bittet um Verständnis bei etwaigen Beeinträchtigungen.

Sperrbauwerk schützt Region am Unterlauf vor Hochwasser

Die Schütztafeln haben eine wichtige Funktion für die gesamte Region. Das Hochwasserrückhaltebecken Ickern-Mengede soll nach seiner Fertigstellung im Jahr 2024 Wasser speichern, das bei punktuellen, starken Niederschlägen oder aus lang anhaltendem Dauerregen auftritt. Insgesamt fasst es bis zu 1,1 Millionen Kubikmeter.

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Im Hochwasserfall werden die Schütztafeln teilweise oder auch ganz geschlossen, um die Hochwasserwellen aufzufangen. Dosiert werden die Tafeln dann wieder geöffnet, um das Wasser gesteuert und gefahrlos in den Unterlauf der Emscher abzugeben.

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