Appelrath Cüpper: Vorsichtige Aussagen zur Zukunft des Dortmunder Hauses

dzInsolvenzantrag gestellt

Mit Appelrath Cüpper ist in der Corona-Krise ein prominentes Unternehmen ins Schlingern geraten. Um den Standort am Westenhellweg muss nach der Insolvenzanmeldung erstmal noch gezittert werden.

Dortmund

, 15.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Intensiv wird in der Kölner Unternehmenszentrale von Appelrath Cüpper an einem Sanierungskonzept für den angeschlagenen Damenmode-Hersteller, der auch ein Haus am Westenhellweg betreibt, gearbeitet.

Im Gespräch mit dieser Redaktion bestätigte der Firmenchef am Dienstag (14.4.), dass Appelrath Cüpper mitten in der Corona-Krise in der vergangenen Woche Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet hat. Dies bedeutet, dass die Geschäftsführung weiter im Amt bleibt und mit daran arbeitet, das 1882 gegründete Unternehmen zu sanieren und wettbewerbsfähig zu machen. „Wir wollen alle Häuser weiterführen“, sagt Geschäftsführer Lothar Schäfer.

„Wir waren im Januar und Februar auf einem guten Weg und haben uns noch Anfang März auf ein erfolgreiches Jahr 2020 gefreut“, sagt Lothar Schäfer. Dann verschärfte sich die Corona-Pandemie.

„Seit dem 18. März sind alle unsere 16 Häuser geschlossen und der Umsatz ist nahezu komplett eingebrochen“, so Schäfer. Obwohl man frühzeitig das Gespräch mit den Banken gesucht und Hilfsgelder beantragt habe, seien diese nicht reingekommen.

„Wir sind zu groß, um an einfache Darlehen zu kommen, und zu klein, um bei den großen Hilfsprogrammen berücksichtigt zu werden“, sagt der Geschäftsführer.

Keine Äußerungen zu einzelnen Standorten

Die Insolvenz in Eigenverwaltung biete die Chance auf eine Fortführung des Unternehmens. Auf diesem Weg begleitet wird Appelrath Cüpper von der Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf.

„Wir wollen das Unternehmen retten und eine Weiterführung erreichen“, sagt Lothar Schäfer. Ob tatsächlich alle Filialen weitergeführt werden, hänge unter anderem vom Verhalten der Vermieter ab.

Zu einzelnen Standorten will Lothar Schäfer sich nicht äußern. Zur Zukunft des Hauses am Westenhellweg befragt, antwortet er daher vorsichtig: „Ich denke, dass wir in Dortmund weitermachen wollen. Wir sind in Dortmund immer erfolgreich gewesen.“

60 Beschäftigte in Dortmund sind in Kurzarbeit

Die 60 Beschäftigten in Dortmund sind seit 18. März in Kurzarbeit. Lothar Schäfer möchte sie möglichst bald wieder im Geschäft sehen. „Wenn wir dürften, würden wir am Westenhellweg sofort öffnen“, sagt er und bereitet das Unternehmen auf die erhoffte Lockerung des Shutdowns vor: „Wir treffen die Vorkehrungen für den Tag, an dem wir mit Schutzmaßnahmen und unter Einhaltung bestimmter Einlassbeschränkungen wieder öffnen dürfen.“

Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund drückt man dem Unternehmen die Daumen. „Es wäre ein ziemlicher Verlust in dieser 1a-Lage. Ich hoffe sehr, dass Appelrath Cüpper als ein Flagschiff unter unseren Textilkaufhäusern weitermachen kann“, sagt Ulf Wollrath, der Handelsexperte der IHK.

Lesen Sie jetzt