Corona-Schnelltests kann man bald auch in Apotheken kaufen © picture alliance/dpa
Schnelltests in Dortmund

Apotheker dürfen bald Corona-Schnelltests an Privatpersonen verkaufen

Eine neue Verordnung erlaubt ab sofort den Verkauf von Corona-Schnelltests an Privatpersonen - bisher war das verboten. Einen Haken gibt es allerdings.

Bislang durften Apotheken Corona-Schnelltests beispielsweise an Arztpraxen und Pflegeheime verkaufen. Der Verkauf an Privatpersonen war verboten. Mit einer entsprechenden Rechtsverordnung, die jetzt in Kraft getreten ist, ändert sich das, teilt der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) mit.

„Wir begrüßen dies“, sagt Michael Beckmann, Vorsitzender der Bezirksgruppe Dortmund im AVWL in einer Pressemittelung. „Schnelltests, die Laien zu Hause selbst durchführen, können eine niedrigschwellige Ergänzung der Teststrategie im Kampf gegen die Pandemie sein und den Menschen ein Stück Sicherheit geben.“

Es gibt jedoch noch einen Haken: Aktuell gibt es nach Informationen des Apothekerverbandes noch keinen entsprechenden Test, der in Deutschland dafür zugelassen ist. Eine Zulassung erwartet man aber bereits für die kommende Woche.

Zulassung für Schnelltests fehlt noch

Ein bisschen Geduld müssen die Dortmunder also noch haben, bevor sie zum Schnelltest-Kauf in die Apotheke gehen, bittet Michael Beckmann. Die entsprechenden Anträge haben die Test-Hersteller schon eingereicht.

Zudem bieten einige Apotheken weiterhin an, Coronavirus-Schnelltests bei ihren Kunden durchzuführen und auswerten zu lassen, heißt es in der Mitteilung.

Nur PCR-Test gibt Sicherheit

Beckmann mahnt: „An jeden positiven Test zuhause muss sich ein sofortiger Anruf beim Hausarzt bzw. beim Gesundheitsamt anschließen. Nur ein PCR-Test vom Labor kann das Ergebnis des Schnelltests sicher bestätigen und damit das Infektionsgeschehen präzise abbilden.“

Dem pflichtet auch Michael Mantell, Vorsitzender des Dortmunder Apothekervereins, bei: „Diese Tests sollte man als aktuelle Momentaufnahmen ansehen. Nur, weil heute zum Beispiel ein negatives Testergebnis vorliegt, muss das nicht unbedingt am nächsten Tag noch stimmen.“

„Willkommene Verbesserung“

Allerdings bewertet Mantell die Tests für den privaten Gebrauch als „willkommene Verbesserung in der bisherigen Situation“. „Bisher gängige Abstrichtests konnten nicht von Laien durchgeführt werden. Um aussagekräftige DNA-Proben aus dem Nasen- und Rachenbereich zu bekommen, musste medizinisches Fachpersonal die Tests durchführen“, sagt Mantell.

Bei den neuen Tests sei eine einfachere Handhabung an der Tagesordnung, denn für die sogenannten „Spucktests“ genüge ein wenig Speichel. Es bräuchten keine Abstrichstäbchen tief in den Rachenraum geführt zu werden. „Die Tests für die Stifts-Apotheke haben wir natürlich schon bestellt und die Ware liegt auf Lager. Wenn die Zulassung da ist, werden sie jeweils zwischen 10 und 15 Euro kosten“, erklärt Mantell.

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1983 im Münsterland geboren, seit 2010 im Ruhrpott zuhause und für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und vor allem: zuzuhören.
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Jessica Will
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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