Aplerbecker im Wasserschutzgebiet müssen bis 2020 private Kanalanschlüsse prüfen lassen

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Wer in bestimmten Gebieten des Stadtbezirkes Aplerbeck wohnt, muss jetzt handeln. Ein Blick in den Kanal ist bis 2020 Pflicht. Warum die Information für Lichtendorfer besonders wichtig ist.

Aplerbeck

, 07.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Wenn es um die privaten Abwasserleitungen geht, versteht die Umwelt keinen Spaß. Die Stadtentwässerung der Stadt Dortmund hat an bestimmte Haushalte in den vergangenen Tagen Informationsflyer verteilt. Es geht, bürokratisch ausgedrückt, um eine „Zustands- und Funktionsprüfung der Kanalanschlüsse“.

Wichtig: Wenn ein Haus mit besagtem Anschluss in einem Wasserschutzgebiet, beziehungsweise einer Wasserschutzzone liegt, dann ist bald handeln angesagt. Bis zum 31. Dezember 2020 müssen die Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer einen Nachweis bringen, dass eine Fachfirma die private Abwasserleitung kontrolliert hat.

So viel kostet die Prüfung

Gemeint ist die Leitung, die vom Gebäude bis in den öffentlichen Kanal führt. Jetzt müssen die Hausbesitzer, die das nun durchführen lassen müssen nicht entsetzt aufschreien, denn in den nächsten Jahren ist es in ganz Dortmund Pflicht, den Kanal untersuchen zu lassen.

Diejenigen, die in der Wasserschutzzone wohnen, sind nur etwas eher dran. Die Kosten halten sich dabei noch im Rahmen. Eine fachmännische Untersuchung schlägt mit rund 300 bis 500 Euro zu Buche. Es kommt dabei aber auch auf die Länge der zu untersuchenden Leitung an. Besitzer von Mehrfamilienhäusern können die Kosten im Übrigen nicht auf die Miete umlegen.

Aber wer ist im Stadtbezirk Aplerbeck betroffen? Tatsächlich ist es nur ein ganz kleiner Bereich ganz im Süden des Stadtbezirkes.

Aplerbecker im Wasserschutzgebiet müssen bis 2020 private Kanalanschlüsse prüfen lassen

Die Häuser in dem blau unterlegten Bereich liegen in der Wasserschutzzone. © Grafik Westnews

Genauer gesagt liegt der Bereich in Lichtendorf. Alle Hausbesitzer, die südlich des Ostberger Feldwegs, der Eichholzstraße und der Nelkenstraße Eigentum haben. Kurioserweise verläuft die Grenze der Wasserschutzzone mitten auf der Straße. So ist ein Teil der Häuser betroffen, der andere erst einmal nicht.

Das sind die Gefahren

Sind Risse in der Leitung, kann es dazu führen, dass der Boden und das Grundwasser verdreckt werden. Tagesbrüche können auftreten, da der ausgespülte Boden nachgibt und falls die Abwasserleitung sogar verstopft ist, kann das Dreckwasser zurück ins Haus laufen. Um die Schäden ausfindig zu machen, wird der Kanal mit einer Kamera überprüft.

Eine Fachfirma suchen

Das sollten Sie tun: Eine geeignete Firma suchen. Dazu gibt es eine Firmenliste im Internet, die Sie hier finden. Die Stadtentwässerung warnt vor unseriösen Telefon- oder Haustürgeschäften. Geld sparen kann man, wenn man sich mit Nachbarn zusammenschließt, die auch in der Wasserschutzzone Eigentum besitzen. Wenn die private Abwasserleitung in den vergangenen Jahren schon überprüft worden ist, können diese Unterlagen bei der Stadtentwässerung eingereicht werden. Ist alles ok, gibt’s eine Bescheinigung. Eine weitere Prüfung ist dann erst nach 30 Jahren wieder fällig.

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