Anwohner bekommen Strafe: „Wir wollen als Anlieger anerkannt werden“

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Wenn Anwohner in Schüren aufgrund von Baustellen durch Nebenstraßen fahren, müssen sie mit Bußgeldern rechnen. Frank Krause möchte das mit einer Petition verhindern.

von Alexandra Wachelau

Schüren

, 21.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dauersperrung an der Schüruferstraße sorgt inzwischen für Unmut bei vielen Anwohnern. Vor allem Anwohner der Niergartenstraße leiden unter den Autofahrern, die die Anwohnerstraße als Abkürzung benutzen – und dabei häufig rasen.

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Auch Frank Krause (59) kann diesem Aspekt nur zustimmen: „Viele haben einen Affenzahn drauf, auch beim Abbiegen“, sagt er. Vor allem für junge Besucher der Schulen, Kindergärten und Kitas vor Ort sei das brandgefährlich. „Vor vielen Jahren hat es bei uns schon mal einen Unfall mit einem Schulkind gegeben“, erinnert er sich.

Polizei verteilt Knöllchen an Nicht-Anwohner

Krause macht jedoch auf ein zusätzliches Problem vor Ort aufmerksam: „Alle Anwohner müssen durch die Baustelle einen Riesenumweg fahren“, sagt er. Vorausgesetzt, sie fahren nicht durch die vielen Anliegerstraßen – zum Beispiel die Schürener Straße, Erlenbachstraße, Schwarzer Weg.

So sieht die Straßen-Ecke aus, um die es Herrn Krause geht.

So sieht die Straßen-Ecke aus, um die es Herrn Krause geht. © Oliver Schaper

Nimmt ein Bewohner aus Schüren diese Seitenstraßen, muss er mit einem Knöllchen rechnen – selbst, wenn das Zuhause schon so gut wie in Sichtweite ist. „Ein Nachbar von mir musste letztens 50 Euro zahlen“, sagt Frank Krause. Auch er selbst wurde bereits auf dem Nachhauseweg angehalten. Er selbst wohnt in der Erlenbachstraße.

Viele Autofahrer suchen sich aufgrund der teils gesperrten Schüruferstraße Schleichwege, um ans Ziel zu kommen. Doch so erhalten teilweise Anwohner aus Nebenstraßen Knöllchen.

Viele Autofahrer suchen sich aufgrund der teils gesperrten Schüruferstraße Schleichwege, um ans Ziel zu kommen. Doch so erhalten teilweise Anwohner aus Nebenstraßen Knöllchen. © Alexandra Wachelau

Möchte er seine Enkelin am Trumweg besuchen, könnte er sie in fünf Minuten erreichen – und riskiert ein Ticket, weil er kein Anlieger der umgebenden Straßen ist. Umfährt er dagegen die Anliegerstraßen, müsse er einen Umweg durch Aplerbeck in Kauf nehmen. „Das sind vier Kilometer und dauert viel länger, weil ich neben dem Rodenberg-Center an den vielen Ampeln herfahren muss“, betont Krause.

Petition soll Nebenstraßen in ein ein Bewohnerparkgebiet verwandeln

Deswegen hat Frank Krause im Frühjahr eine Petition gestartet. Rund 150 Unterschriften wurden eingereicht. Ziel seiner Petition: Die Ecke in Schüren soll zum Bewohnerparkgebiet erklärt werden – damit Anwohner aus umliegenden Straßen nicht mehr angehalten werden und Knöllchen bezahlen müssen.

„Ich kann verstehen, dass die Anwohner sauer sind“, sagt Krause in Bezug auf die Niergartenstraße. „Aber die Menschen aus den Nebenstraßen sind ebenfalls Anwohner und wollen auch als Anlieger anerkannt werden.“

Frank Krause findet die Geschwindigkeit mancher Autos viel zu schnell.

Frank Krause findet die Geschwindigkeit mancher Autos viel zu schnell. © Oliver Schaper

Krause nimmt an, dass die Petition mit den 150 Unterschriften rund 30 Prozent der betroffenen Anwohner aus Schüren repräsentiere. Wer unterschreiben möchte, muss das analog bei Frank Krause tun.

Bisher habe Frank Krause auf die Aktion keine Rückmeldung von der Stadt erhalten. Er wünscht sich eine schnelle Besserung: „Wir möchten unsere Grundstücke ohne die Androhung eines Bußgelds erreichen“, sagt Krause.

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