Alle Blutspenden des Klinikums Dortmund sind im Februar auf Corona-Antikörper untersucht worden. © dpa
Untersuchung des Klinikums

Anteil der Corona-Antikörper in Dortmunds Blutspenden steigt deutlich

Wie viele Menschen stecken sich mit Corona an, merken aber nichts davon? Das Klinikum Dortmund hat jetzt fast 2000 Blutspenden auf Corona-Antikörper getestet. Ihr Anteil stieg deutlich.

Die Corona-Tests bilden kein ganz umfassendes Bild des Infektionsgeschehens in der Bevölkerung ab – das sogenannte Dunkelfeld beschreibt die Zahl der Ansteckungen, die unerkannt bleiben. Eine kleine Stichprobe des Klinikums Dortmund liefert jetzt ein neues Ergebnis.

Rund 1900 Menschen, die im Februar Blut gespendet haben, sind auf Corona-Antikörper untersucht worden. Klinikum-Sprecherin Lisa Cathrin Müller betont vorweg, dass es sich nicht um eine repräsentative Auswertung handele, weil nur ein kleiner Anteil der Bevölkerung untersucht wurde und nicht alle Spender in Dortmund wohnen.

Jede 17. Person hatte Corona-Antikörper

Jedenfalls: „Es wurden 5,97 Prozent positiv auf Antikörper getestet“, so Müller. Im September gab es die Test-Aktion schon einmal – da waren nur knapp 2 Prozent positiv. Die Verdreifachung sei aber „absolut nicht verwunderlich, da im Herbst das Infektionsgeschehen in Dortmund noch relativ gering war“, sagt Müller.

Bis Ende September waren rund 2100 Dortmunder bekanntermaßen mit dem Coronavirus infiziert – knapp 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Ende Februar waren es etwa 18.400 Personen (rund 3,1 Prozent).

Wie lange eine Person eine gewisse Zahl von Antikörpern gegen Sars-Cov-2 behält, ist offenbar individuell unterschiedlich und aktuell noch Gegenstand von Studien. Die Antikörper sind erst mehrere Wochen nach einer Infektion nachweisbar.

Die Dunkelziffer der Infektionen habe man mit der Aktion gar nicht aufhellen wollen, betont Müller: „Es ging vielmehr um einen zusätzlichen Service für unsere Spenderinnen und Spender.“

Wenn in einer Probe keine Antikörper gefunden wurden, heißt das übrigens auch nicht, dass die Person nie infiziert war. „Sollten wir aber Antikörper finden, ist die Sachlage klar“, erklärte Dr. Uwe Cassens, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin, im Vorfeld des Aktionsmonats.

Keine Gefahr für Empfänger von Blutspenden

Die Coronaviren, die Covid-19 auslösen können, sind laut Klinikum übrigens nicht über das Blut übertragbar. „Es besteht keine Gefahr für den Empfänger der Blutkonserven, falls jemand asymptomatisch gespendet haben sollte.“

Weil das Team des Klinikums jederzeit auf Blutspenden angewiesen ist, sind neue Spender immer an der Alexanderstraße 6-10 willkommen. Neuspenderuntersuchungen sind montags und freitags von 8 bis 14 Uhr sowie dienstags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr möglich. Termine können vereinbart werden unter Tel. (0231) 95 31 99 99.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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