Einige Wochen ist es nun her, dass die Geschäfte zuletzt öffnen durften (17.4.), Ab heute (20.5.) ist Shoppen wieder nach dem Click & Meet Prinzip möglich. © Tabea Prünte
Reportage

Ansturm auf den Westenhellweg? Das war der erste Shopping-Tag in Dortmund

Nach fast fünf Wochen Lockdown ist Shopping in Dortmund seit dem 20. Mai wieder möglich. Doch die Auflagen sind streng. Vielleicht auch deshalb war die Nachfrage am Donnerstag unterschiedlich.

Einkaufstüten baumeln an den Ellenbogen der Menschen und vereinzelt bilden sich kurze Schlangen vor den Geschäften – ein Bild, das es in der Dortmunder Innenstadt so schon länger nicht mehr gab. Doch seit Donnerstag (20.5.) tritt für die Händler und die Kundschaft eine wichtige Lockerung der Corona-Regeln in Kraft: Shoppen in den Geschäften ist wieder möglich.

Zwar sind dafür bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, so müssen Kundinnen und Kunden zum Beispiel einen aktuellen negativen Coronatest vorweisen können und für die meisten Geschäfte einen Termin buchen. Doch endet aufgrund des Inzidenzwertes, der in Dortmund an fünf Werktagen in Folge unter 150 lag, die Phase, in der für den Einzelhandel ausschließlich Click & Collect möglich war. Das legte das Land NRW per Allgemeinverfügung fest.

Ansturm auf die Geschäfte in der Innenstadt?

Stürmen am Donnerstag dementsprechend viele Personen die City um endlich wieder Klamotten, Schuhe und Co. in den Geschäften vor Ort zu kaufen? Vielleicht liegt es daran, dass diese Entwicklung noch so neu ist, doch überfüllt ist es an diesem Donnerstagmittag auf dem Westenhellweg nicht.

Überfüllt ist es am ersten Tag, an dem die Geschäfte am Westenhellweg wieder öffnen dürfen, nicht.
Überfüllt ist es am ersten Tag, an dem die Geschäfte am Westenhellweg wieder öffnen dürfen, nicht. © Tabea Prünte © Tabea Prünte

So erzählen zwei junge Frauen, die gerade in ihrer Mittagspause sind, dass sie zu kurzfristig von den Öffnungen erfahren haben. „Nutzen können wir es leider noch nicht, weil wir keinen Negativtest haben und noch nicht vollständig geimpft sind“, erklären sie. Obwohl sie selbst nicht davon profitieren können, äußern sie sich positiv über diese Entwicklung: „Für alle, für die es schon möglich ist, ist es super. Und auch für den Einzelhandel.“

Negativtest als Voraussetzung

„Wir sind für Sie da – trotz Corona“ – die Botschaft ist an verschiedenen Schaufenstern der Geschäfte zu lesen. Zwar steht an den Eingängen dann meist der Zusatz, dass Test und Termin notwendig sind, doch trotz dieser Voraussetzungen ist die Innenstadt durchaus belebt.

Der Gesang eines Straßenkünstlers paart sich mit der leisen Musik, die aus einigen Geschäften tönt. „Brauch ich hier einen Termin oder darf man hier einfach so rein?“, hört man einen Kunden vor dem Eingang eines Optikers fragen. „Kommen Sie rein“, antwortet der angesprochene Mitarbeiter.

„Wir sind noch nicht fertig mit diesem Virus.“

„Es wird einfach Zeit, dass wieder ein bisschen Leben reinkommt in die Innenstädte“, sagt eine Passantin, die ihren Namen nicht nennen möchte.

Dafür findet sie die Hygienemaßnahmen, die weiterhin einzuhalten sind, aber besonders wichtig. „Denn wir dürfen einfach nicht vergessen: Wir sind in einer Lockerung, aber noch nicht fertig mit diesem Virus. Wir sind noch nicht so weit, dass wir komplett alles öffnen können, das geht noch nicht. Geben Sie uns noch zwei Wochen und die Hoffnung, dass die Fallzahlen heruntergehen“, sagt sie. „Ich denke mal, spätestens dass wir uns spätestens Ende September überall frei bewegen dürfen.“

Menschen hoffen auf weitere Lockerungen

Christel Noppeney hofft derweil, dass bald weitere Lockerungen folgen. Sie findet Sport und andere Bereiche der Freizeitgestaltung beinahe wichtiger als die neuen Shoppingmöglichkeiten, freut sich aber ebenso über die wieder belebte Stadt.

„Ich hatte einen Augenarzttermin und gehe durch die Straßen und sehe, dass die Geschäfte offen sind. Das find ich irgendwie toll“, sagt sie. „Gönn ich mir jetzt noch eine Pommes?“, fragt sie sich – doch mit Blick auf den Imbiss ein paar Meter weiter entscheidet sie sich dagegen. Die Schlange ist ihr zu lang.

Vereinzelt bilden sich im Laufe des Tages bei einigen Geschäften Warteschlangen.
Vereinzelt bilden sich im Laufe des Tages bei einigen Geschäften Warteschlangen. © Tabea Prünte © Tabea Prünte

Denn sie wäre nicht die einzige, die auf diese Idee kommt. Jetzt, wo die Geschäfte wieder geöffnet sind, scheint auch der Andrang an Imbissbuden zu steigen. Und gegen Nachmittag spricht sich die Nachricht der geöffneten Geschäfte offenbar herum – denn nun scheint es doch etwas voller zu werden auf Dortmunds Shopping-Straße.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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Tabea Prünte

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