Anna Schudt alias Kommissarin Martina Bönisch im Dortmund-Tatort, spricht unter anderem über eine Mini-Serie, die sie mit Dietmar Bär gedreht hat. © picture alliance/dpa
Treffen mit Tatort-Kommissarin

Anna Schudt: „Der Dortmund-Tatort ist wie ein Scheinwerfer“

Emmy Award, Deutscher Fernsehpreis, Goldene Kamera – für Anna Schudt, Kommissarin Martina Bönisch im Dortmund-Tatort, läuft‘s. Hier verrät sie, was das mit dem Dortmunder Tatort zu tun hat.

Die Küche von Anna Schudt ist so etwas wie eine Trophäenkammer. Dort hat die Darstellerin der Kommissarin Martina Bönisch im Dortmund-Tatort ihre Film- und Fernsehpreise stehen.

Und die haben sich in den letzten Jahren gehäuft: 2018 einen internationalen Emmy Award als beste Darstellerin, 2019 die Goldene Kamera als beste Schauspielerin und 2019 den Deutschen und den Bayerischen Fernsehpreis.

Medien-Präsenz des Dortmund-Tatort ist nicht zu toppen

Das ist schon ein Preisgewitter. Glaubt sie, dass das auch mit der Popularität durch den Dortmund-Tatort zu tun hat?

Anna Schudt zögert keinen Moment mit der Antwort: „Definitiv ja. Absolut. Der Tatort ist wie ein Scheinwerfer, der auf einen gerichtet wird.“ Die Präsenz, die sie als Schauspielerin durch den Dortmund-Tatort bekomme, sei gemessen an der Einschaltquote und der Medien-Aufmerksamkeit nicht zu toppen. „Das potenziert sich gegenseitig“, sagt sie.

Der Tatort hat Glück gebracht

Sorge, dass sie damit in einer Schublade festsitzen könnte, hat die 46-Jährige nicht. Ganz im Gegenteil. „Bei mir war es so, dass dadurch ein großes Spektrum eröffnet wurde an anderen Rollen und an Möglichkeiten, in der ersten Reihe zu spielen. Da bin ich dem Tatort sehr dankbar. Eigentlich hat er mir bisher nur Glück gebracht.“

Jubiläums-Tatort

Zweiter Teil am Sonntag

Der zweite Teil des Dortmund-Münchener Jubiläums-Tatorts läuft am Sonntag (6.12.) um 20.15 Uhr in der ARD.

Sie selbst kommt als Mutter von drei Söhnen sonntagsabends nicht zum Tatortgucken. „Das schaffe ich nicht.“ Sie sei kein „Ritual-Tatortgucker“. „Aber ich gucke sehr gerne gezielt Tatorte in der Mediathek, wenn mich das Thema interessiert, oder weil ich etwas darüber gelesen habe oder ich jemanden getroffen habe, der da mitspielt.“

Sehr gerne schaut sie bei ihren Tatort-Kollegen in Berlin, Wien und Wiesbaden rein. „Ich habe auch gerne den Tatort aus Frankfurt geguckt und war traurig, dass die aufgehört haben. Jetzt bin ich gespannt auf die Neuen in Zürich und beim Polizeiruf gucke ich mir gerne Rostock an.“

Blick auf Einschaltquoten

Bei ihrem eigenen Tatort schaut Anna Schudt wie auch bei den anderen auf die Einschaltquoten, die sie regelmäßig zugeschickt bekommt, auch wenn die Zahlen relativ gleich bleiben. „Da gibt es keine großen Amplituden. Die Münsteraner sind immer vorneweg, dann gibt es drei bis vier Tatort-Teams – unter die fallen wir auch –, die auf dem guten Level von acht bis neun Millionen Zuschauern bleiben.“

Das Corona-Jahr 2020 ist ein schwieriges Jahr auch für Schauspieler. „Bei jedem Film, den man jetzt zu Ende dreht, macht man einen Erleichterungshaken drunter, dass man es geschafft hat“, sagt Anna Schudt, „denn es kann ja jeden Tag aufs Neue anders und unmöglich werden“.

Mini-Serie mit Dietmar Bär

Sehr vieles habe sich in diesem Jahr verschoben, berichtet die Düsseldorferin. Dennoch konnte sie eine „wunderbare Mini-Serie“ für die ARD zu Ende drehen, gemeinsam mit dem Kölner Tatort-Ermittler und gebürtigen Dortmunder Dietmar Bär. „Es geht um die amerikanische Besatzung in der Pfalz 1951. Ich habe die Ehefrau von Dietmar Bär gespielt. Wir sind ein Bürgermeister-Ehepaar.“

Noch nicht ganz beendet hat sie einen deutsch-französischen Film, da der Hauptteil in Marokko gedreht wird. Weitere Projekte sind bereits eingestielt, zu denen sie nur so viel verrät: „Darunter sind sehr schöne Sachen. Da bin ich gesegnet.“

Auszeichnungen

Für diese Rollen erhielt Anna Schudt Preise

  • 2019 Deutscher Fernsehpreis für „Aufbruch in die Freiheit“
  • 2019 Bayerischer Fernsehpreis für „Aufbruch in die Freiheit“
  • 2019 Goldene Kamera, Beste Schauspielerin für „Aufbruch in die Freiheit“
  • 2018 Internationale Emmy Awards, Beste Darstellerin für „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“
Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
Zur Autorenseite
Gaby Kolle

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.