Angriff auf Dortmunder Kinderschutzbund

Linksautonome

Linksautonome haben am Mittwochabend das Haus des Kinderschutzbundes in Dortmund angegriffen. Hintergrund ist offenbar die Räumung eines Hauses in Berlin. Dessen Eigentümer ist Mitarbeiter des Kinderschutzbundes in Unna - und hat mit den Kollegen in Dortmund überhaupt nichts zu tun.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 03.02.2011, 10:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Haus des Kinderschutzbundes ist von Autonomen der linken Szene angegriffen worden.

Das Haus des Kinderschutzbundes ist von Autonomen der linken Szene angegriffen worden.

 Bereits in der Nacht zum 28. Januar hatten Linksautonome das Schaufenster rechts neben der Eingangstür des Second-Hand-Ladens im „bunten Haus“ zerstört. Mittwochabend schlugen sie die linke Seite ein. Glassplitter auf der Straße, Scherben im Geschäft – die Kinderschutzbund-Mitarbeiter in der Lambachstraße sind stark irritiert ob dieser „völlig sinnfreien“ Angriffe.   So formuliert es die Geschäftsführerin Martina Furlan (53), die den Steinewerfern gerne erklären möchte, wie schwer es ist, ehrenamtliche Helfer für die Arbeit beim Kinderschutzbund zu finden. Und wie schwer es ist, Ehrenamtliche jetzt zu halten. Denn die haben Angst. Angst vor einer dritten Attacke und dass sie noch tiefer hinein gezogen werden in einen Konflikt, mit dem sie in Dortmund nichts zu tun haben.

Denn zu dem Mitarbeiter des Kinderschutzbundes in Unna, dem das geräumte Haus in Berlin gehört, „haben wir überhaupt keine Kontakte“, so Martina Furland, die nach dem ersten Angriff Ende Januar gewarnt war und sich von der zweiten Attacke nicht allzu überrascht zeigte. Dennoch verurteilt sie die Aktion der Autonomen mit klaren Worten: „Hier handelt es sich um Boykott und Zerstörung von Leuten, die für sich selbst in Anspruch nehmen, für Schwächere und Gerechtigkeit einzutreten“, so die Diplom-Pädagogin. Der Laden in der Lambachstraße ist vorerst geschlossen und öffnet erst wieder, wenn die Fenster ausgewechselt sind. Vorher möchte Martina Furland denen, die  in der Nordtstadt die Scheiben klirren lassen, ein Gesprächsangebot unterbreiten. Die Themen: Das Ehrenamt und die Angst.

  • Zur Sache

Der Kinderschtuzbund will unter anderem Familien stärken, bietet Hausaufgabenhilfe und Rechtsberatung. Auch Armut ist ein großes Thema im Beratungsalltag.  

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