Angeklagte gibt Messerstich zu: „Ich hatte einfach Angst“

Landgericht

Eine 53-jhrige Frau soll im August 2020 in der Nordstadt einen Mann niedergestochen haben. Zum Prozessauftakt schildert sie vor dem Landgericht eine Erklärung dafür.

Dortmund

von Martin von Braunschweig

, 06.03.2021, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit einem Küchenmesser hat eine Dortmunderin einen Mann im August 2020 schwer verletzt. Jetzt hat der Prozess begonnen.

Mit einem Küchenmesser hat eine Dortmunderin einen Mann im August 2020 schwer verletzt. Jetzt hat der Prozess begonnen. © Franziska Gabbert/dpa

Es war der frühe Morgen des 29. August 2020, als Rettungskräfte in die Nordstadt beordert wurden. Ein Mann lag blutend auf dem Bürgersteig. Ein Stich mit einem rund 20 Zentimeter langen Küchenmesser hatte ihn niedergestreckt.

Im Klinikum Nord musste das Opfer damals sofort notoperiert werden. Der Stich hatte seine Milz und das Zwerchfell verletzt, es war zu massiven inneren Blutungen gekommen.

Frau schildert die Messerstiche als Notwehrsituation

Die Frau, die für die Verletzungen verantwortlich ist, steht seit Freitag wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Über ihren Verteidiger Marco Ostmeyer räumte sie die Tat dabei sofort ein. Sie schilderte aber auch eine Szenerie, der sehr nach einer Notwehrlage klang.

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Demnach will sie den Mann und dessen Begleiterin am Abend zuvor zufällig getroffen und spontan zu sich nach Hause eingeladen haben. Nach ein paar fröhlichen gemeinsamen Stunden sei die Situation dann aber irgendwie aus dem Ruder gelaufen, hieß es in der Erklärung.

Späteres Opfer soll Frauen angegriffen haben

Sie habe dann nur noch gewollt, dass der Mann gehe. Dieser habe sich jedoch geweigert.

Letztendlich soll das spätere Opfer sie dann mit einer Bierflasche beworfen und auch ihre ebenfalls anwesende Schwester angegriffen haben. „Da habe ich dann das Messer genommen.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

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