An der Schlagbaumstraße in Sölde fehlt vielen Bürgern eine Buslinie in Richtung Aplerbeck

dzBuslinie Sölde

Eigentlich ist der Ortsteile Sölde durch öffentlichen Verkehrsmittel recht gut angebunden. Es gibt vier Buslinien und einen Bahnanschluss. Aber es gibt Bürger, die davon nicht profitieren.

Sölde

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Vielleicht wird es ein Kampf gegen Windmühlen, aber Doris Studink will nicht aufgeben. Genau wie weitere Seniorinnen, die im Bereich zwischen der Bahnhangstraße und der Fresienstraße in Sölde wohnen. Eine nette und ruhige Wohngegend. Durchaus dicht besiedelt aber mit einem entscheidenden Nachteil. So sehen es zumindest die älteren Bürger. Es gibt keinen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Genauer gesagt fehlt eine Haltestelle auf der angrenzenden Schlagbaumstraße, die Sölde mit Aplerbeck verbindet. Eine Hauptverkehrsader, die auch in Richtung Friedhof an der Kortenstraße führt.

Für viele Senioren ein wichtiger Faktor. Aber auch, um die Nahversorgungseinrichtungen in Sölde zu erreichen, sind viele Bürger auf den Bus angewiesen - und der kommt hier einfach nicht. Die nächste erreichbare Haltestelle befindet sich auf der Sölder Straße. Für einige Bürger bedeutet das einen Weg von mehreren Hundert Metern. Für junge Menschen kein Problem, für Senioren mit Einkaufstaschen ein unüberwindliches Hindernis.

Schon im vergangenen Jahr auf die Probleme hingewiesen

Schon im vergangenen Jahr hatten mehrere ältere Damen im Alter von 70 und 86 Jahren auf einem Termin auf die Problematik hingewiesen. Damals gab es von der DSW21 folgende Antwort auf die Problematik: „Die Bedarfsanalyse der Stadt zum Nahverkehrsplan 2014 hat dort keinen akuten Handlungsbedarf festgestellt. Unsere Kundenresonanz hat in jüngster Vergangenheit auch keinerlei Häufung von Anfragen zu diesem Thema verzeichnet“, sagte Marc Wiegand, Unternehmenskommunikation der DSW21. Die sieht Sölde mit den Buslinien 431, 437, 438 und 490 sowie die Regionalbahn bereits relativ gut angebunden.

An der Schlagbaumstraße in Sölde fehlt vielen Bürgern eine Buslinie in Richtung Aplerbeck

Die Schlagbaumstraße ist die Hauptverbindung zwischen Aplerbeck und Sölde. Eine Buslinie nutzt die Strecke nicht. © Jörg Bauerfeld

Das wollen die Seniorinnen aber nicht hinnehmen. Also ging es jetzt zur Bezirksvertretung, um sich bei den kommunalen Politikern Hilfe zu holen. „Wir sollten uns doch an die Bezirksvertretung wenden, habe die DSW21 gesagt“, sagt Doris Studink. Aber was gibt es für die BV überhaupt für eine Möglichkeit hier für Abhilfe zu sorgen? So gut wie keine, das musste auch Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel zugeben. Wir werden das an die DSW21 weitergeben, um vielleicht beim nächsten Nahverkehrsplan eine Änderung der Linienführung zu erwirken“.

Aber wie sieht es mit Alternativen aus? So hat die DSW21 in Schüren beispielsweise kleine Pendelbusse eingesetzt, um die Bus-Nutzer, die von der Baustelle auf der Schüruferstraße und der daraus resultierenden Sperrung betroffen waren, zu den nächsten funktionierenden Haltestellen zu bringen. „Das hat die DSW21 auch uns geantwortet, solche Alternativen zu überlegen“, sagt die Seniorin. Ein Anrufsammel-Taxi wäre doch auch eine Möglichkeit.

Ein Sammeltaxi bei Anruf wäre denkbar

Der Bedarf sei auf jeden Fall da. Da sind sich die kommunalen Politiker einig. „Auch im Bereich Rosenstraße fehlt ja eine Busanbindung und da gibt es auch ein Seniorenheim“, sagt Barbara Blotenberg von den Grünen. Man soll der DSW21 auch politisch etwas mit auf den Weg geben, um für eine Verbesserung zu sorgen. Aber, ob das geschehen wird?

Eine Buslinie wird es auf gar keinen Fall wieder geben an der Schlagbaumstraße. Das machte Britta Heydenbluth von der Unternehmenskommunikation der DSW21 deutlich. „Es gibt keine Planungen, durch die Schlagbaumstraße in Sölde einen Bus fahren zu lassen. Im Bereich Aplerbeck bietet die Linie 438 mit den Haltestellen Abteistraße und Aplerbeck Bezirksfriedhof, im Bereich Sölde die 431 mit den Haltestellen Sölde Bahnhof und Schlagbaumstraße die nächsten Fahrtmöglichkeiten.“ Es wäre in Zukunft aber denkbar, dass Bereiche wie die Schlagbaumstraße von On demand-Verkehren („Bestellbussen“) angefahren werden, so Heydenbluth.

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