Ambulanter Betreuungsdienst arbeitet weiter und trotzt Corona

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Alte und kranke Menschen, das sind jene, die in der Corona-Krise besonders im Fokus stehen. Bei Ingrid Siebel-Achenbach ist das seit Jahren so. Und soll – gerade jetzt – auch so bleiben.

Hombruch

, 11.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ingrid Siebel-Achenbach aus Hombruch ist Geschäftsführerin von „ZeitGut“, einem ambulanten Betreuungsdienst. Seit zwölf Jahren kümmert sie sich von Hombruch aus mit ihren 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um alte und kranke Menschen, die der Hilfe bedürfen.

In der Corona-Krise eine ganz besondere Herausforderung, die Ingrid Siebel-Achenbach mit viel Herzblut angeht – und glücklicherweise habe man für die Arbeit ausreichend Schutzmasken.

„Wir tun das, was Familienangehörige oft tun“

„Gemeinsam kochen, der Gang zur Apotheke oder zum Arzt, Unterlagen durchschauen, Wäsche besorgen, wenn ein Krankenhausaufenthalt nötig wird“, darum geht es bei „ZeitGut“. Es ist das, was Familienangehörige oft tun, wenn sie denn können. Aber oft können sie nicht, weil sie zum Beispiel weit weg wohnen.

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Siebel-Achenbach: „Durch die Corona-Krise sind Tagespflegeeinrichtungen geschlossen worden und immer mehr 24-Stunden-Kräfte gehen zurück in ihre Heimat, in der sie von der eigenen Familie dringend gebraucht werden.“

„Jetzt“, so sagt die Geschäftsführerin, „wird der Pflege- und Betreuungsnotstand deutlich, der seit vielen Jahren durch osteuropäische Betreuungskräfte kompensiert wird“.

„ZeitGut“

So ist der ambulante Betreuungsdienst zu erreichen

  • Der Ambulante Betreuungsdienst hat sein Ladenlokal an der Jagdhausstraße 1a in Hombruch (im Gebäude der Fleming-Apotheke). Eine Beratung ist derzeit nicht möglich. Erreichbar ist der Dienst per Mail unter info@zeitgut-dortmund.de und telefonisch unter Tel. 2 22 51 35.
  • „ZeitGut“ gehört nach eigenen Angaben seit 2015 zu den 41 Betreuungsdiensten deutschlandweit, die Pflegesachleistungen zu 100 Prozent mit den Pflegekassen abrechnen können. Voraussetzung war die erfolgreich Teilnahme an einem Modellprojekt der gesetzlichen Krankenversicherung und des Bundesgesundheitsministeriums.

„ZeitGut“ arbeitet seit zwölf Jahren im Bereich der ambulanten sozialen und pflegerischen Betreuung und der „Alltagsassistenz“: Ziel sei es, das Leben zu Hause so lange wie möglich sicherzustellen, den Menschen mit kognitiven Einschränkungen eine Tagesstruktur zu geben und sie vor Vereinsamung zu schützen.

„Unsere Mitarbeiter sind feste Bezugspersonen“, sagt Diplom-Pädagogin Siebel-Achenbach. „Viele Senioren seien komplett alleinstehend, sie brauchen noch keine Pflege, aber sie brauchen Betreuung“, sagt Siebel-Achenbach: „Wir helfen mit entlastenden Gesprächen, Freizeit- und Gedächtnis- und Bewegungsangeboten, um die Lebensfreude zu steigern.“ Mal mache der Gang ins Konzert glücklich, oder einfach das Wissen, dass etwas erledigt ist, was lange belastet hat.

„Nicht zu ersetzen“

Eine Betreuung rund um die Uhr kann „ZeitGut“ nicht ersetzen. „Wir helfen stundenweise“, sagt Siebel-Achenbach. Zum 25-köpfigen Team gehören Menschen mit unterschiedlichen Berufen: Sozialpädagogen, Alten-Therapeuten, Familienpfleger, Krankenschwestern.

„Sie alle haben aber eine entsprechende Weiterbildung gemacht“, sagt Siebel-Achenbach. Und Ausbildung hin oder her: „Man braucht eine hohe Sozialkompetenz, sonst macht das alles keinen Sinn“, sagt sie.

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