Hier, im Bereich Rittershausstraße, ist der tödliche Schuss gefallen. © Alix von Schirp
21-jähriges Opfer

Am Tag nach dem tödlichen Schuss: Spurensuche im Westpark

Die Ermittler der Kripo waren schnell. Die Spuren vom tödlichen Streit in der Nacht zu Samstag waren noch nicht abgeräumt, da klickten schon die Handschellen beim mutmaßlichen Täter.

Seit sinkende Inzidenzwerte Corona-Lockerungen erlauben, ist das nächtliche Leben in den Westpark im Südwesten der Dortmunder Innenstadt zurückgekehrt. An der angesagten Möllerbrücke und in dem benachbarten Park feierten auch in der Nacht zu Samstag wieder mehrere Hundert Menschen Party, mit Alkohol und Musik.

Doch für einen 21-jährigen Polen endete das tobende Leben mit dem Tod. Erschossen nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler mutmaßlich von einem 21-jährigen Kontrahenten, einem Deutschen. Das Flatterband am Mülleimer, mit dem die Polizei den Tatort im Bereich der Rittershausstraße abgesperrt hat, lässt Stunden später erkennen, wo der vorausgegangene Streit eskaliert sein muss.

Medizinische Abfälle wie Spritzen und Latex-Handschuhe auf dem Bürgersteig der Rittershausstraße zeugen noch vom Kampf der Rettungskräfte um das Leben des jungen Mannes. Er schaffte es noch bis ins Krankenhaus, ehe er seinen Verletzungen erlag.

Andere Besucher haben nichts mitbekommen

Doch ein paar Stunden später – die Spurensicherung ist schon abgerückt – ist im Westpark wieder Ruhe eingekehrt. Das junge Feiervolk liegt vermutlich zu Hause im Bett. Jetzt sind andere Besucher im Park. Eltern beobachten ihre Kinder an den Spielgeräten, Pärchen liegen auf der Wiese und genießen die Freizeit im Grünen. Das Café Erdmann, der Hotspot in der grünen Innenstadt-Lunge, öffnet gerade wieder zum Sonntagsbrunch.

Zu den nächtlichen Parkbesuchern gehörten Mike Lehmkühler und seine Freunde. Sie sind auch am Samstagmittag wieder da und hören auf einer Bank Musik. Mike war bis etwa 1 Uhr in der Nacht im Westpark und hat ebenso wie seine Freunde nichts von der tödlichen Auseinandersetzung mitbekommen.

Auch die anderen Menschen, die noch später dort unterwegs waren, wollen laut Oberstaatsanwalt Carsten Dombert nichts davon bemerkt haben, was sich im Bereich Rittershausstraße abgespielt hat.

Mindestens ein Schuss

Etwa gegen 2.30 Uhr kam es im Park zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem 21-jährigen Deutschen und seinem Opfer. Der Tatverdächtige, der der Polizei wegen zahlreicher Körperverletzungsdelikte bekannt ist, war ebenso wie der 21-jährige Pole, der in Dortmund wohnte, mit jeweils einer Gruppe unterwegs. Im Laufe des verbalen Streits soll der Tatverdächtige seinem Opfer eine Ohrfeige verpasst haben.

Schließlich gingen die Gruppen auseinander, bis sie kurze Zeit später wieder aufeinandertrafen. Im Verlauf dieses zweiten Streits zog der 21-Jährige eine Schusswaffe und gab mindestens einen Schuss auf sein Opfer ab, das im Bauchraum getroffen wurde.

Tatverdächtiger schweigt zu den Vorwürfen

Die Ermittlungen der Polizei führten schnell zu dem Tatverdächtigen, der mittags im Umfeld seiner Wohnung festgenommen und noch am Samstag dem Haftrichter vorgeführt wurde.

Der Mann schweigt zu dem Tatvorwurf und auch dazu, woher er die Schusswaffe hatte, teilt Oberstaatsanwalt Dombert auf Nachfrage mit.

Die Ermittlungen dauern an. Polizei und Staatsanwaltschaft bitten Tatzeugen, sich bei der Kriminalwache unter der Rufnummer 0231 – 132 7441 zu melden.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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