Alles mega bei Rüdiger Hoffmann

Ruhrhochdeutsch im Spiegelzelt

Der Meister der ostwestfälischen Langsamkeit amüsierte im Spiegelzelt.

Dortmund

, 19.09.2019, 23:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alles mega bei Rüdiger Hoffmann

Rüdiger Hoffmann unterhielt glänzende im Spiegelzelt. Agentur

„Ja hallo erstmal. Ich weiß nicht, ob Sie‘s wussten....“ So beginnen seit 25 Jahren fast alle Nummern in den Bühnenprogrammen von Rüdiger Hoffmann. Der Paderborner, der der ostwestfälische Langsamkeit so schön zelebriert wie kein anderer, ist Kult. Am Donnerstag füllte er das Spiegelzelt beim Festival Ruhrhochdeutsch. Nahezu ausverkauft gilt auch für Freitag.

„Alles Mega“ ist bei dem 55-jährigen, nur etwas schräger als anderswo. Selbst die Songs, in denen sich Hoffmann am Klavier begleitet, sind unglaublich: Da singt einer völlig belangloses Zeug über eine „Übergangsjacke“ – und alle finden es lustig. Weil Rüdiger Hoffmann so glänzend amüsiert. Das ist einer, zu dem der Begriff Unterhaltungskünstler wirklich passt.

Drama in der Blockhütte

Wenn er von seiner „Bekannten“, die er aber auch geheiratet hat, erzählt, schämt man sich zwar ein bisschen fremd für den Macho, dessen Sexleben mega ist, der aber auch im Swingerclub der Megastar ist. Man feixt aber über so viel Lässigkeit in einer Beziehung. Und in der zählt jetzt auch nachhaltiges Leben – zumindest so lange, wie es keine Mühe macht. Oder nur die Frau betrifft.

Sohn Benny ist in dieser Familie schwer krank – er hat die Pubertät, schläft 18 Stunden, den Rest des Tages ruht er sich aus. „Ich weiß gar nicht, ob er noch bei uns wohnt, oder ob er da nur aufgebahrt ist“, grübelt der Vater. – Egal, er wird dem Junior wohl mitgeben, was er über Frauen wissen muss, ihn vielleicht von den Diät-Dramen seiner Bekannten erzählen oder vom Urlaub mit dem befreundeten Pärchen. Der endete mit einem Beziehungs-Showdown in der Blockhütte, glänzend erzählt von Rüdiger Hoffmann, der sich von nicht, aber wirklich von gar nichts aus der Ruhe bringen lässt. Und Dinge erzählt, die man sich nur ausdenken, keinesfalls erleben kann.

Zwischendurch gab er den Klavier-Torero im Stierkampflied und holte in der ersten Zugabe noch mal den weinerlichen, 55-jährigen Nesthocker aus dem elterlichen Kinderzimmer. Alles großartig. Im nächsten Jahr kommt Rüdiger Hoffmann zurück zu dem Festival, das super erfolgreich läuft in diesem Jahr. Schon vier Wochen vor Ende sind mehr Karten verkauft als im vergangenen Jahr.

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