Allee-Bäume müssen wegen Haltestellen-Umbau weichen

Umbau an B1

Wie viele Alleebäume an der B 1 müssen für den barrierefreien Umbau der Stadtbahnstrecke geopfert werden? Diese Frage treibt auch die Politik um. Die Politik diskutiert über mögliche Entwürfe. Und auch eine Bürgerbeteiligung ist geplant.

DORTMUND

, 18.09.2016, 01:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Allee-Bäume müssen wegen Haltestellen-Umbau weichen

Einige Bäume der Allee an der B1 müssen dem Umbau der Stadtbahnstrecke weichen.

Es ist ein „Ja, aber“, mit dem die Politik den Weg für die weiteren Planungen zum barrierefreien Ausbau der Stadtbahn-Haltestellen an der B 1 frei macht. Denn wie vielen Anwohnern liegt auch den Ratsvertretern der Erhalt der Alleebäume am Herzen.

Bis zu 76 Bäume müssten gefällt werden, wenn die vom Tiefbauamt bevorzugte Variante für den Haltestellen-Umbau umgesetzt wird. Einige von ihnen wären im Weg, wenn größere Mittelbahnsteige gebaut und Schienen verschwenkt werden, bei anderen könnte die Standsicherheit durch Bauarbeiten gefährdet sein.

Das Problem: Es gibt für die Maßnahmen keine Alternative, weil gesetzliche Vorgaben zur Barrierefreiheit zu erfüllen sind, waren sich die Sprecher von SPD und CDU im Bauausschuss, Hendrik Berndsen und Sascha Mader, einig. Man sehe die Planungen deshalb mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“, erklärte Mader.

Fußgänger-Brücke weicht keiner Ampel

Von einem „echten Dilemma“ sprach Grünen-Ratsherr Matthias Dudde. Den Vorschlag der Grünen, an der Max-Eyth-Straße wie an der Lübkestraße einen Fußgängerüberweg mit Ampel statt einer Brücke vorzusehen, lehnt die Verwaltung ab. „Damit würde auch kein einziger Baum gerettet“, sagte Tiefbauamts-Leiterin Sylvia Uehlendahl.

Einhelliger Wunsch der Politik ist aber, möglichst viele Bäume zu erhalten. Und Ersatz soll möglichst vor Ort geschaffen werden. So steht es auch in einem mit großer Mehrheit im Ausschuss verabschiedeten Antrag der CDU. „Die Allee auf der B 1 ist identitätsprägend für viele Dortmunder“, erklärte Mader.

Zur Sprache kamen im Ausschuss auch Positionspapiere der Initiative „B 1 Dortmund Plus“ und der Lärm- und Abgas-Schutzgemeinschaft B 1. Die Bürgerinitiative hatte u.a. auch ebenerdige Überwege mit Ampelregelung und eine eingleisige Streckenführung der Stadtbahn über die B 1 angeregt, um den Eingriff in die Allee zu reduzieren.

Bürgerbeteiligung für Herbst 2017 angesetzt

Eine eingleisige Strecke sei nicht mehr genehmigungsfähig, erklärte Sylvia Uehlendahl. Zudem müsste die Stadt dann Fördergeld zurückzahlen, das für die zweigleisige Strecke geflossen ist. Immerhin stellte sie in Aussicht, dass die Bürger noch mitreden können.

Für den Herbst 2017 kündigte sie eine vorgezogene Bürgerbeteiligung mit Vorstellung eines neuen Planentwurfs an. „Dann können und sollen Bürgerwünsche noch einfließen“, sagte sie. Erst danach werde das Planfeststellungsverfahren eingeleitet, bei dem ebenfalls die Bürger angehört werden. Oli

Der Rat entscheidet am 29.9. über die Weiterverfolgung der Pläne. Am Dienstag (20.9.) berät die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost, 16 Uhr, Rathaus. 

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