Alle bis Sommer wieder zur Schule? Dortmunder Reaktionen auf Minister-Idee

dzCoronavirus und Schule

Alle Dortmunder Schüler sollen noch vor den Ferien die Schule besuchen können. Das schlagen die Kultusminister den Regierungschefs der Länder vor. Erste Reaktionen aus Dortmund.

Dortmund

, 28.04.2020, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zu den Sommerferien (ab 29.6.) sollen Schüler aller Jahrgänge noch einmal die Möglichkeit bekommen, in die Schule zu gehen - unter strengen Hygieneauflagen und nur tageweise. Auf dieses Ziel einigten sich die Kultusminister der 16 Bundesländer in einer gemeinsamen Videokonferenz. Am Donnerstag (30.4.) berät Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder darüber.

Regulärer Unterricht ist nach Ansicht der für Bildung zuständigen Minister aber ausgeschlossen. Die Schulbesuche könnten tageweise oder - wie in NRW wahrscheinlich - in einem rollierenden System organisiert werden. Die Schüler sollen in Lerngruppen mit zeitversetztem Beginn aufgeteilt werden. Pausen würden gestaffelt, Fahrpläne für Schulbusse angepasst.

Dortmunds Schuldezernentin möchte keinen „Schnellschuss“

In Dortmund fallen die ersten Reaktionen auf diese Ankündigung der Kultusministerkonferenz gemischt aus. Schuldezernentin Daniela Schneckenburger (Grüne) sagt: „Ich halte es grundsätzlich für richtig, jedem Kind noch einmal die Gelegenheit zum Schulbesuch einzuräumen. Vor allem für die Kinder ist das gut.“

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Sie hofft aber, dass das Land, das die konkrete Umsetzung nun in die Wege leiten muss, frühzeitig informiert und die Städte beteiligt – anders als beim Schulstart für die Abschlussjahrgänge in der vergangenen Woche. „Jeder Schnellschuss ist ein großes Problem“, sagt Daniela Schneckenburger.

Elternvertreter sehen in einzelnen Schultagen keinen Wert

Elternvertreter betrachten die Ankündigung der Minister kritischer. Die Verbände Landeselternkonferenz (LEK) NRW und Landeselternschaft der integrierten Schulen (LeiS) äußern in einem Gespräch am Dienstagnachmittag Skepsis daran, dass der Plan umgesetzt werden kann.

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Der LeiS-Vorsitzende Ralf Radke sieht „keinen Wert“ in singulären Tagen Anwesenheit in der Schule. „Es muss ein Gesamtkonzept geben.“ Sein Vereinskollege Stefan Bundrück spricht davon, dass es „ein wunderschöner Traum bleibt, dass alle wieder in die Schule kommen.“

„Man muss sich entscheiden: Prüfungen - oder die anderen Jahrgänge, beides ist nicht möglich“, sagt der Jurist des landesweiten Elternverbands, der seinen Sitz in Dortmund hat.

Dortmunder Stadteltern: Wichtig, alle nochmal zu sehen - aber es braucht ein Konzept

Anke Staar, LEK-Vorsitzende und Vertreterin der Dortmunder Stadteltern sagt: „Es darf nicht wieder jede Schule auf sich allein gestellt sein.“ Sie hält es für wichtig, „alle noch einmal in die Schulen zu bekommen, um zu sehen, wo jeder steht.“

Aber sie fordert stellvertretend für viele Eltern dafür ein Konzept, das in die Zukunft gerichtet ist. „Wir denken bisher nur zu den Ferien. Dabei wird es sich bis in das nächste Schuljahr hineintragen.“

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