Alarm in der Thier-Galerie: Szenen wie aus einem Action-Film

dzEinkaufszentrum

Die Thier-Galerie in der Dortmunder Innenstadt musste am Dienstagvormittag (27.8.) geräumt werden. Nicht alle Kunden und Mitarbeiter waren überrascht. Das steckte dahinter.

von Patricia Friedek

Dortmund

, 27.08.2019, 13:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war wie in einem Action-Thriller: Mitarbeiter der Security laufen gegen 10 Uhr am Dienstagvormittag (27.8.) mit ihren Funkgeräten vor dem Eingang Martinstraße der Thier-Galerie hin und her. Plötzlich ertönt eine Durchsage mit einem Codewort. Einige Mitarbeiter des Einkaufszentrums eilen Richtung Ausgang, ziehen dort gelb- und orangefarbene Warnwesten an. Die Besucher ahnen offenbar noch nichts.

Wenige Minuten später klingt eine tiefe Stimme durch die Lautsprecheranlage: „Achtung. Eine wichtige Durchsage an alle Besucher. Bitte verlassen Sie das Center zügig.“ Grund sei eine technische Störung. Die Besucher werden gebeten, Ruhe zu behalten und die Thier-Galerie über die gekennzeichneten Ausgänge zu verlassen. Ihr Fahrzeug sollen sie im Parkhaus stehen lassen, Rolltreppen und Aufzüge nicht benutzen. Ein Alarm ertönt, die Durchsage wird auf Englisch wiederholt.

Hintergrund der Räumung war eine Übung

Bei der Evakuierung handelte es sich um eine Räumungsübung. „Diese wird einmal im Jahr zur Sicherheit unserer Kunden, Besucher und Mitarbeiter durchgeführt, um für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein“, teilte die Thier-Galerie mit. Die Pressemitteilung wurde schon im Vorfeld an Medien verschickt; auch auf Facebook veröffentlichte das Einkaufszentrum eine solche Meldung, um Panik zu vermeiden, wie Center-Manager Markus Haas später erklärte.

Alarm in der Thier-Galerie: Szenen wie aus einem Action-Film

Die Kunden warteten ruhig vor dem Eingang, bis sie weiter shoppen durften. © Patricia Friedek

Gelassen begeben sich Besucher und Mitarbeiter in Richtung des Sammelpunktes am Südeingang zum Wall. Keiner zeigt sich besonders beeindruckt von dem Vorfall, obwohl Polizei und Feuerwehr vor Ort sind. „Ich habe mir schon gedacht, dass es eine Übung ist, weil ich vorher bereits die Feuerwehr hier gesehen habe“, sagt Ingrid Raeder, die einen Termin bei der Rentenversicherung hatte.

Die Mitarbeiter der Thier-Galerie wussten vorher nicht Bescheid. „Als das Codewort kam, waren wir in Bereitschaft“, sagen zwei Mitarbeiter des Geschäfts Sidestep. „Das kommt hier öfter vor, deshalb sind wir ruhig geblieben“, sagt ein weiterer Mitarbeiter der Thier-Galerie.

Menschen sind seit der Böller-Attacke sensibler geworden

Tatsächlich gab es in der Vergangenheit öfter einen Fehlalarm oder Übungen in der Thier-Galerie. Zuletzt hatten Autoabgase einen Feueralarm in dem Einkaufszentrum ausgelöst. Center-Manager Haas betont, dass die Menschen seit dem Böllerstreich im vergangenen Jahr sensibler geworden seien. Da hatte ein Youtuber für Massenpanik gesorgt, als er Jugendliche für ein Video dazu veranlasste, einen Böller in der Thier-Galerie zu zünden. 24 Menschen wurden dabei verletzt.

„Viele der Mieter kennen den Ablauf einer Räumung bereits. Uns ist wichtig, dass auch neue Mitarbeiter Übung bekommen“, sagt Haas. Insgesamt sei er mit dem Ablauf zufrieden. „Wir waren diesmal zügiger als im vergangenen Jahr.“

Bereits nach etwa 20 Minuten verkündet das Center-Management durch ein Megafon, dass die Mitarbeiter ihre Geschäfte wieder betreten dürfen und „schauen sollen, ob alles in Ordnung ist“. Nach und nach wurden die Mieter durch das Center-Management auf einer Liste abgehakt. Dann erhielten sie eine gelbe Karte, mit der sie Zutritt zur Mall bekommen. So soll sichergestellt werden, dass die Mitarbeiter vor den Kunden in den Einkaufsläden sind. Kurz darauf durften auch die Kunden ihr Shopping fortsetzen.

In einer Nachbesprechung seien ein paar Schwachstellen gefunden worden, teilte Markus Haas am Nachmittag mit. So hätten zum Beispiel manche Mieter ihre Geschäfte geschlossen, obwohl diese bei einer Räumung geöffnet bleiben sollen. Außerdem hätten die Verantwortlichen mit der Feuerwehr über eine alternative Sammelstelle gesprochen.

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