Nur mit der Hilfe von Höhenrettern schaffte es die Polizei, die Kreuzung zu räumen. © Anne Schiebener
Demonstration

Aktivisten blockieren wichtige Wall-Kreuzung: Polizei räumt am Abend

Mit einem großen Gerüst haben Klimaaktivisten die wichtigste Wall-Kreuzung in Dortmund blockiert. Nach rund fünf Stunden räumte die Polizei die Kreuzung – mit Hilfe von Höhenrettern.

Etwa 50 Aktivisten der Klima-Bewegung Extinction Rebellion haben am Mittwoch (2.9.) für einiges Aufsehen in der Dortmunder City gesorgt. Ab etwa 16.30 Uhr blockierten sie die Kreuzung Südwall/Ruhrallee und deren vier Zufahrten in der Dortmunder Innenstadt für rund fünf Stunden.

Zunächst positionierten sich die Demonstranten mit Plakaten und Absperrband auf der Straße. Zudem bauten sie mitten auf der Kreuzung ein über sechs Meter hohes Gerüst auf, an das sich später Menschen in luftiger Höhe angekettet haben.

Von der Ruhrallee in Richtung City kommend, konnten bis etwa 21.45 Uhr nur Rechtsabbieger die Kreuzung in Richtung Ostwall passieren. Auch die Kreuzung Südwall/Hohe Straße war durch die Polizei gesperrt.

Der Südwall war in Richtung Osten ab dem großen Volkswohlbund-Gebäude gesperrt. Auf mehreren Straßen in der Dortmunder Innenstadt bildeten sich mitten im Feierabendverkehr längere Staus – Hupkonzerte inklusive.

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Aktivisten blockieren die Kreuzung Südwall/Ruhrallee

Ab etwa 16.45 Uhr war auch die Dortmunder Polizei vor Ort. Eingegriffen haben die Beamten zunächst jedoch nicht. Man koordiniere noch das weitere Vorgehen, hieß es zunächst.

Ab etwa 18.20 Uhr war zudem ein Polizeihubschrauber im Einsatz, der mal in der Luft stehen blieb, mal über der City kreiste. Er sei dazu da, um den Überblick über die Lage zu behalten, wie Polizeisprecherin Dana Seketa vor Ort sagte. Außerdem forderte die Polizei Höhenretter an, um im Fall der Fälle die Demonstranten sicher von dem Gerüst holen zu können.

Polizei räumt Kreuzung

Gegen 20.15 Uhr dann die Ansage von der Polizei: Bis 20.40 Uhr habe jeder die Möglichkeit, die Kreuzung zu verlassen, ohne, dass die Personalien aufgenommen würden. Danach werde die Kreuzung geräumt.

Daraufhin verließen bereits die ersten Personen die Kreuzung, während sich die Polizeipräsenz vor Ort immer weiter verstärkte. „Ihre Veranstaltung ist nicht angemeldet. Die Polizei wertet ihre Gruppe dennoch als Versammlung. Hiermit löst die Polizei ihre nicht angemeldete Versammlung auf“, hieß es da.

Die Mehrzahl der Aktivisten hatte den Ort des Geschehens verlassen, noch bevor die Polizei ihre Ansage wiederholen konnte, verlassen.

Polizisten trugen 21 Aktivisten von der Kreuzung.
Polizisten trugen 21 Aktivisten von der Kreuzung. © Anne Schiebener © Anne Schiebener

Ein harter Kern von 21 Klima-Rebellen hatte sich jedoch in einer Reihe vor dem Gerüst auf dem Boden niedergelassen und angefangen zu singen.

Höhenretter im Einsatz

Vier Aktivisten befanden sich zudem auf dem hohen Gerüst und ketteten sich dort an. Etwa um 20.50 Uhr begann dann die Räumung. Polizisten trugen die auf dem Boden sitzenden Aktivisten weg von dem Gerüst, weg von der Kreuzung.

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Polizei räumt den besetzten Südwall

Die Aktivisten waren dabei jedoch friedlich, liefen teilweise sogar freiwillig mit. Doch die vier Personen auf dem Gerüst blieben hartnäckig. Eine gute Viertelstunde später stiegen zwei Polizisten in den Korb an der Drehleiter der eingetroffenen Höhenretter der Feuerwehr.

Mit einem Bolzenscheider durchtrennten sie die Ketten und holten die Aktivisten einen nach dem anderen von dem Gerüst herunter. Die Polizei stellte im Anschluss ihre Personalien fest und fertigte entsprechende Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gegen diese 25 Personen.

Gegen 21.45 Uhr war das Gerüst durch die Feuerwehr abgebaut und der Verkehr konnte wieder fließen.

Mit der Aktion wollten die Demonstranten nach eigenen Angaben auf die Klimakrise aufmerksam machen und forderten eine zügigere Wende zur Klimaneutralität der Stadt Dortmund. Im Zuge der Aktion werden die Dortmunder Parteien in einem Brief aufgefordert, zu Fragen zu einer früheren Dortmunder Klimaneutralität Stellung zu beziehen.

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Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
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Wilco Ruhland
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener
Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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