Aktionstag der „Seebrücke“ soll auf das Sterben im Mittelmeer aufmerksam machen

Bewegung „Seebrücke“

Die internationale Bewegung „Seebrücke“, die sich für Menschen auf der Flucht einsetzt, wendet sich am 4. August mit einem Aktionstag gegen das Sterben im Mittelmeer. Auch in Dortmund.

Dortmund

30.07.2018, 04:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aktionstag der „Seebrücke“ soll auf das Sterben im Mittelmeer aufmerksam machen

Bei einer Demonstration für Flüchtlinge der Bewegung "Seebrücke" in Frankfurt am Main trug eine Teilnehmnerin eine Warnweste mit der Aufschrift "Saving lives is not a crime!". Am 4. August soll auch in Dortmund demonstriert werden. © dpa

Zum „Day Orange“ am Samstag (4. 8.), dem Tag, an dem 2017 das Rettungsschiff Juventa in Italien festgesetzt wurde, sollen zahlreiche Aktionen starten; auch in Dortmund.

Ab 12 Uhr treffen sich Unterstützer der Aktion vor dem Stadthaus, sie tragen die Farbe der „Seebrücke“: Orange. Am Treffpunkt werden Papierboote und Flyer mit Infos zur Seenotrettung im Mittelmeer verteilt. Persönliche Geschichten Betroffener werden beschrieben.

Sichere Fluchtwege gefordert

Dann gibt es einen kurzen Marsch mit Plakaten zum Gauklerbrunnen im Stadtgarten, wo 629 orangene Schwimmkerzen angezündet werden: für jeden im Juni im Mittelmeer Ertrunkenen eine.

Die Initiatoren fordern sichere Fluchtwege, Unterstützung und Ausweitung von staatlicher und privater Seenotrettung, die Freisetzung der Seenotrettungsschiffe und die Entkriminalisierung der Helfer.

Die Grünen im Rathaus unterstützen die Aktion: „Dortmund sollte wie viele andere Städte in Deutschland und Europa ein solcher sicherer Hafen sein“, sagt Fraktionssprecherin Ingrid Reuter.

Hat Dortmund die Kapazität?

Die Grünen möchten außerdem, dass sich Dortmund an einer Initiative aus Köln, Düsseldorf und Bonn beteiligt. Diese Städte haben in einem gemeinsamen Schreiben der Bundesregierung angeboten, in Not geratene Flüchtlinge aufzunehmen, insbesondere Menschen, die im Mittelmeer gerettet werden.

Dortmund habe die Kapazität, ist Ingrid Reuter überzeugt, denn die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge sei deutlich zurückgegangen, sodass Plätze frei seien. „Wir wollen, dass sich Dortmund diesem Zeichen anschließt. Und Dortmund kann das auch.“

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