Airportchef Udo Mager geht mit viel Lob - und einer mutigen Prognose

dzDortmunder Flughafen

Staffelübergabe am Dortmunder Flughafen: Der scheidende Airport-Chef Udo Mager räumt sein Büro und macht Platz für Nachfolger Ludger van Bebber. Corona bleibt weiter ein dominierendes Thema.

Dortmund

, 28.09.2020, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Guntram Pehlke, Vorstandschef der Flughafen-Mutter DSW21, lobte Udo Mager in höchsten Tönen. Er habe für seine Arbeit eine „Eins plus“ verdient, sagte Pehlke.

Die Begründung für die Spitzennote: Seit Magers Amtsübernahme im Juli 2013 sind die Passagierzahlen von 1,92 Millionen auf zuletzt 2,72 Millionen gestiegen. Der Gesamtverlust des Airports ist inzwischen auf 10,4 Millionen Euro fast halbiert.

Zudem stand der Flughafen 2019 kurz davor, die EU-Vorgaben zu erfüllen: Sie sehen vor, dass der Flughafen Ende 2023 im Betriebsergebnis mindestens eine schwarze Null abwerfen muss – zuletzt tat sich im operativen Geschäft ein Minus von gerade noch 400.000 Euro auf. Dann kam die Coronakrise.

„Man sieht in dieser Phase, dass Dortmund damit am besten klarkommt“, sagte der neue Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber. Er wechselt vom deutlich kleineren Flughafen Weeze, der 2019 rund 1,23 Millionen Passagiere zählte.

Prognose sieht rund 1,5 Millionen Passagiere am Jahresende

Am Mittwoch (30.9) wird Mager sein Büro räumen und aus gesundheitlichen Gründen den vorzeitigen Ruhestand antreten. Er hinterließ van Bebber bei der Pressekonferenz im Flughafengebäude am Montag (28.9.) nicht nur eine persönliche Erfolgsbilanz.

Sondern auch die Prognose, dass der Airport trotz Corona am Jahresende bei rund 1,5 Millionen Passagieren landen werde – deutlich mehr, als noch zu Beginn der Coronakrise befürchtet. Geplant waren allerdings mal drei Millionen Passagiere.

Anders als etwa am Düsseldorfer Flughafen werde in Dortmund kein Personal auf die Straße gesetzt. Durchgängiger Tenor: Dortmunds Airport ist auf einem insgesamt guten Weg – und benötigt laut Mager auch „keinen Plan B“, wie es Grüne und CDU in ihrer Vereinbarung vorsehen. „Für diesen Flughafen wird es eine gute Zukunft geben“, sagte Mager, der sich „mit Freude und Wehmut zugleich“ verabschiedet.

Coronakrise wird dem Airport auch 2021 zu schaffen machen

Sein Nachfolger Van Bebber geht davon aus, dass die Folgen der Pandemie auch 2021 zu spüren sein werden. „Das Segment der Geschäftsreisenden wird davon stärker betroffen sein als der Reiseverkehr von Passagieren, die ihre Familien und Verwandten besuchen“, sagt van Bebber. Das spiele dem Dortmunder Airport mit seinem diversen Angeboten für Osteuropaflüge in die Karten.

Wie hoch die Corona-Schäden Ende 2020 am Dortmunder Flughafen sein werden, ist noch offen. Bei der letzten Prognose war von „rund 20 Millionen Euro“ die Rede – nunmehr steht eine Summe von gut zehn Millionen Euro im Raum. Wer dafür aufkommt? Dickes Fragezeichen. Nach wie vor hofft man bei DSW21 auf nicht rückzahlbare Bundeshilfen. Bleiben sie aus, muss wohl ein Kredit in Anspruch genommen werden.

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