Wer jünger ist als 80 Jahre und mit höchster Priorität geimpft werden soll, muss sich jetzt für einen Impftermin an die Stadt wenden. Doch diese arbeitet noch an einem Terminmanagement. © Oliver Schaper (Archiv)
Corona-Pandemie

Ärger um Impftermin-Vergabe: Stadt hat eine Lösung ins Auge gefasst

Die Landesregierung hat kurzfristig entschieden, dass nun die Stadt Dortmund für die Terminvereinbarungen im Impfzentrum zuständig ist. Eine Lösung dafür hat die Stadt noch nicht, aber eine Idee.

Die Landesregierung hat am 5. Februar mitgeteilt, dass die Kommunen kurzfristig die Vereinbarung von Impfterminen von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) übernehmen müssen – mit Ausnahme der Gruppe der über 80-Jährigen. Für die ist weiter die KV Westfalen-Lippe zuständig.

Personengruppen, die noch keine 80 Jahre alt sind, aber mit höchster Priorität geimpft werden sollen, haben sich daraufhin vermehrt an das Impfzentrum auf Phoenix-West gewandt, um einen Impftermin zu bekommen. Sie wurden nach der Entscheidung der Landesregierung seit Montag (8.2.) von der KV Westfalen-Lippe an die Stadt Dortmund verwiesen.

Da die Aufgabe sehr kurzfristig auf die Kommunen übertragen wurde, gebe es bisher noch keine Möglichkeit zur Terminvereinbarung, so Stadtsprecherin Anke Widow: „Nur für die Angehörigen der ambulanten Pflegedienste und des Rettungsdienstes läuft das Terminmanagement bereits jetzt über das Impfzentrum.“

Anrufe und Anfragen der Pflegeheime, Krankenhäuser und des Rettungsdienstes beantworte die Koordinierungsstelle des Impfzentrums.

Terminmanagement könnte an Dritte übertragen werden

Das Terminmanagement für weitere Personengruppen mit der höchsten Impf-Priorität werde zurzeit erarbeitet, berichtet Widow. Darunter fallen Menschen in Pflege- und Gesundheitsberufen, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind oder Menschen mit einem hohen Risiko behandeln.

Auch wenn die Stadt für diese Terminvergabe noch keine Lösung hat, so gibt es doch schon eine Stoßrichtung. Die Verwaltung strebt an, diese Aufgabe auszulagern. „Wir favorisieren die Übertragung der Aufgabe auf Dritte“, teilte Anke Widow auf Anfrage mit.

Die unvermittelte Übertragung der Terminvereinbarung auf die Kommunen stößt bei der Stadtspitze auf Kritik. Krisenstabsleiterin und Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner: „Diese Aufgabe wurde am Freitagabend – ohne Vorankündigung – vom NRW-Gesundheitsministerium (MAGS) auf die Kommunen übertragen“ – und das trotz vorangegangener Videokonferenzen und Telefonschalten.

Umgang mit den Kommunen „zunehmend respektlos“

Die Stadt Dortmund, die die Verantwortung für die Umsetzung trage, erwarte, frühzeitig in die Überlegungen des MAGS eingebunden zu werden, sagte Zoerner, „und dass man Lösungen gemeinsam mit uns entwickelt. Das funktioniert auch unter Zeitdruck, der ja ohnehin in jedem Fall hier bei uns entsteht.“

Nicht nur in Dortmund empfinde man den Umgang der Landesregierung mit den Kommunen bei der Übertragung der Aufgaben „zunehmend als respektlos“.

Das hindere die Stadt aber nicht daran, versicherte Zoerner, „weiter alles in ihrer Macht Stehende zu tun, dass die Impfungen für die Bevölkerung erfolgreich verlaufen können.“

Info: Alle Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, können ihre Termine weiterhin unter der bekannten Rufnummer 0800 116 117 02 oder im Internet unter www.116117.de vereinbaren

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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