Ärger über versperrten Weg entlang des Telgeigrabens in Husen

dzRenaturierung

Warum darf ein landschaftlich schöner und bestens hergerichteter Weg in Husen nicht genutzt werden? Das fragt ein Anwohner in Husen. Nun antwortet der Lippeverband.

Husen

, 08.10.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Husener Gerhard Stranz beklagt sich darüber, dass der Seitenweg neben dem renaturierten Telgeigraben in Husen nach wie vor geschlossen ist. Dieser Weg zieht sich von der Straße Im Kühlkamp bis zum Körnebach. „Die Menschen“, so sagt Gerhard Stranz, „haben aber den Zaun faktisch niedergetreten und gehen dort entlang.“

In der Tat befindet sich neben dem Tor am Kühlkamp eine Lücke, durch die man bequem spazieren kann. Gleichwohl warnt immer noch ein Schild des Lippeverbands vor dem Betreten des Weges: „Das Betreten der Anlage ist mit Gefahren verbunden und nicht erlaubt.“

Ärger über versperrten Weg entlang des Telgeigrabens in Husen

Noch ist das Betreten des Weges neben dem Telgeigraben nicht erlaubt. © Andreas Schröter

Und das versteht Gerhard Stranz nicht: Dort fließe überhaupt kein Wasser. Seiner Ansicht nach könne auch kein Rinnsal entstehen, zumal das Gefälle dafür augenscheinlich gar nicht ausreiche. Schon im August 2018 hatte Stranz gesagt: „Es ist meiner Ansicht nach gerade Sinn der Renaturierung, dass die Menschen die Natur wieder genießen können.“

Lippeverband: „Plötzlich doch viel Wasser“

Die Sprecherin des Lippeverbands Anne-Kathrin Lappe sagt: Es könne in der Tat passieren, dass solche Gewässer nach Phasen der Trockenheit (Stichwort Klimawandel) kein Wasser führen, andererseits sei es aber auch möglich, dass durch sie plötzlich wieder sehr viel Wasser fließe und dass das Betreten solcher Anlagen dann doch zur Gefahr werde.

Aber: Im Falle des Telgeigrabens habe sich der Lippeverband nun entschieden, den Weg für Fußgänger, nicht aber für Radfahrer zu öffnen. Das Tor soll in den nächsten Tagen abgebaut werden. Anne-Kathrin Lappe: „Im Grunde sind wir doch froh über jeden Weg, den wir der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen können.“ Aber manchmal gebe es eben Sicherheitsbedenken. In anderen Fällen brauche der Lippeverband solche Wege als Betriebsflächen.

Ärger über versperrten Weg entlang des Telgeigrabens in Husen

Ohne Wasser, aber mit viel Natur präsentiert sich derzeit der Telgeigraben in Husen. © Gerhard Stranz

Gerhard Stranz fragt weiter, ob die wilde Vegetation, die derzeit im Telgeigraben wuchert, noch zurückgeschnitten werden soll. Das sei nicht geplant, antwortet Anne-Kathrin Lappe.

Umbau begann Mitte Mai 2015

Mitte Mai 2015 begann der Umbau des einstigen Abwasserkanals am Telgeigraben. Auf diese Weise hat der Lippeverband den kleinen Bach an der Stadtgrenze Dortmund-Husen/Kamen vom Abwasser befreit und neu gestaltet.

Dazu wurde auf 280 Metern Länge ein neues Bachbett angelegt, das offen an die Körne angebunden ist. Damit, so teilte der Lippeverband 2015 mit, könne der Telgeigraben auch seine ökologischen Funktionen wieder übernehmen, Tiere und Pflanzen können sich ansiedeln. Lediglich unter der Straße Im Kühlkamp ist eine kurze, rund 20 Meter lange verrohrte Strecke geblieben.

Als die Baumaßnahme im Februar 2014 vorgestellt wurde, hatten die Husener Rückstaus aus dem Körnebach in den Telgeigraben befürchtet - etwas, das sich bisher nicht bestätigt hat.

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