Ärger über heruntergekommenen Evangelischen Friedhof Brackel

dzEvangelischer Friedhof Brackel

Unter den Besuchern des Evangelischen Friedhofs Brackel breitet sich Unzufriedenheit über den Zustand der Anlage aus. Pfarrerin Sandra Sternke-Menne hat Erklärungen.

Brackel

, 24.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frank Preuss (54) ärgert sich über den in seinen Augen verwahrlosten Zustand des Evangelischen Friedhofs Brackel: Die Wege wirken ungepflegt, das Unkraut wuchert wild über alle Begrenzungen hinweg, und viele Bäume müssten gestutzt werden. Seine Familie besitzt dort eine Doppelgrabstelle, in der Preuss‘ Großeltern bestattet sind.

Friedhofsverwaltung ist nur schwer zu erreichen

Ein Problem sei das Nachbargrab. Dort stehen mehrere große Bäume, deren Wurzelwerk bereits vor einigen Jahren den Grabstein des Preuss‘schen Familiengrabs verschoben habe, sodass er versetzt werden musste.

Die Äste dieser Bäume sind schon längst von einer Grabstelle zur anderen gewachsen.

Er habe die Friedhofsverwaltung, die übrigens schwer zu erreichen sei, darauf angesprochen, und die Antwort habe ihn sehr überrascht: Wenn ihm etwas nicht passe, möge er doch selbst Hand anlegen. Ganz viele Friedhofsbesucher, so Preuss, seien mittlerweile unzufrieden mit dem Zustand des Friedhofs, der im Bereich Hörder Straße und Hedingsmorgen liegt.

Ärger über heruntergekommenen Evangelischen Friedhof Brackel

Die Wege auf dem Evangelischen Friedhof Brackel machen derzeit einen sehr ungepflegten Eindruck. © Andreas Schröter

Pfarrerin Sandra Sternke-Menne gibt zu, dass es derzeit um den Zustand der Wege nicht zum Besten bestellt ist. Aber das soll sich im Winter ändern. Derzeit gebe es Gespräche und Diskussionen, wie die Wege künftig verändert werden sollen: asphaltiert oder auch als Kieswege angelegt. Ein Grund für das im Vergleich zu früheren Zeiten stärker wuchernde Unkraut sei die Tatsache, dass heute auf dem Friedhof kein Unkrautvernichtungsmittel mehr gespritzt werde. Der Friedhof sei bewusst naturnah gestaltet. Es gebe Besucher, die gerade das mögen würden.

Und was das Grab neben dem der Familie Preuss betreffe: So einfach dürfe die Friedhofsverwaltung nicht Hand an eine Grabstelle legen. Zunächst werde versucht, den Eigentümer zu ermitteln, dann werde ein Schildchen mit der Bitte um Grabpflege aufgestellt.

Ärger über heruntergekommenen Evangelischen Friedhof Brackel

Solche Schildchen stellt die Evangelische Gemeinde Brackel auf, wenn eine Grabstätte ungepflegt wirkt. © Andreas Schröter

Bald soll es eine professionellere Handhabe geben

Wenn kein Eigentümer zu ermitteln sei, werde die Stadt um Hilfe gebeten. Hinzu komme der Baumschutz - schließlich könnten Vögel dort nisten. Lange Rede, kurzer Sinn: Bis die Friedhofsverwaltung das Recht habe, eine Grabstelle zu räumen, können viele Wochen oder auch Monate ins Land gehen.

Zum Beginn des neuen Jahres geht die Verwaltung des Friedhofs in andere Hände. Dann ist nicht mehr die Evangelische Gemeinde Brackel Verwalterin, sondern der Kirchenkreis Dortmund. Sandra Sternke-Menne verspricht sich davon eine professionellere Handhabe.

Ärger über heruntergekommenen Evangelischen Friedhof Brackel

Das Unkraut wuchert über die Wegebegrenzungen. © Andreas Schröter

Frank Preuss will übrigens nicht nur meckern: Der Friedhof sei schön gelegen, und die frisch renovierte Kapelle mache einen guten Eindruck. Sandra Sternke-Menne bestätigt, dass die Gemeinde das Gebäude im Frühjahr für 80.000 Euro gedämmt und neu gestrichen habe. Demnächst soll auch der Innenraum an die Reihe kommen. Die finanziellen Mittel dafür seien bereits vorhanden.

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