Die Baustellen-Situation an Schwanen- und Ostwall frustriert die Gewerbetreibenden vor Ort. © Lukas Wittland
Meinung

Ärger am Wall: Das größte Problem sind nicht die Baustellen

Gewerbetreibende sind wegen der Wall-Baustellen wütend auf die Stadt Dortmund. Unser Autor hat einen Vorschlag, wie man die Situation verbessern könnte – und der ist eigentlich recht simpel.

Die Baustellen am Ost- und Schwanenwall sind nicht nur nervig für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger, sondern nach langen Lockdowns auch problematisch für die ansässigen Gewerbetreibenden.

Neben dem Problem mit dem Verkehr und dem der Händler, Dienstleister und Gastronomen gibt es aber noch ein anderes: Es offenbart sich bei der Recherche ein Kommunikationsproblem.

Die Stadt sagt, sie habe die Anwohner und Gewerbetreibenden informiert, ihnen Ansprechpartner genannt und auch Informationen auf der Stadt-Webseite zur Verfügung gestellt. Die Gewerbetreibenden sagen, wenn sie die Stadt anrufen, gehe niemand dran. Niemand können ihnen sagen, wie lange es noch dauern werde. Gleichzeitig sehen sie, wie vor ihrer Tür wochenlang nicht gearbeitet wird.

Es herrscht Unverständnis auf beiden Seiten.

Das Kind ist in die Baustelle gefallen

Aber was hilft da jetzt? Denn die Baustellen sind ja da, sie werden es auch noch ein länger bleiben. Man könnte in diesem Fall also sagen: Das Kind ist in die Baustelle gefallen. Verletzt hat es sich schon. Was tut man nun aber, um es dort ohne noch weitere Schäden herauszubekommen?

Man sollte miteinander reden. Bislang scheint die Kommunikation nämlich nicht wirklich zu funktionieren – aus welchen Gründen auch immer. Nun kann die Stadt sagen, wir haben den Gewerbetreibenden mitgeteilt, wo sie sich informieren können. Damit haben wir getan, was wir mussten.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Gewerbetreibenden frustriert sind und sich alleingelassen fühlen. Diesen Zustand könnte man jetzt natürlich aussitzen. Aber: Wem ist damit geholfen?

Ein Gespräch vor Ort ist eine Chance für die Stadt

Mangelde Kommunikation schadet dem Image der Stadt und vertieft den Frust der Geschäfts-Inhaber. Deshalb ist in dieser Phase meiner Meinung nach ein Termin vor Ort notwendig, an dem die Betroffenen mit der Stadt sprechen können. Vielleicht findet man ja Lösungen, die die Situation erträglicher machen.

Die Stadt sollte ein Interesse an den Anliegen ihrer Bürger haben – und zu denen gehören auch Geschäftsleute. Ein solcher Termin wäre auch eine Chance, noch mal zu erklären, warum man diese Bau-Projekte vorantreibt und warum am Ost- und Schwanenwall an verschiedenen Orten gleichzeitig gebuddelt wird.

Das wurde sicherlich schon alles irgendwo gesagt oder geschrieben, aber Informationen ändern sich, gehen in der Flut des 21. Jahrhunderts verloren. Deshalb: Gewerbetreibende und Stadt, sprecht miteinander – von Angesicht zu Angesicht. Es kann nur besser werden.

Über den Autor
Volontär
Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
Zur Autorenseite
Lukas Wittland

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.