Abschied für immer von einem alten Schulhaus mit Geschichte

dzOsterfeld-Grundschule

In Eving ging ein Stück Schulgeschichte zu Ende. Nach 85 Jahren fand im Gebäude der Osterfeld-Schule zum letzten Mal Unterricht statt. Die Zukunft der Grundschule liegt aber ganz nah.

Eving

, 12.07.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kinder hatten den Abschied gründlich vorbereitet. „Tschüss Schule“ und „Es war schön hier“ stand auf den bunten Plakaten, die in die Fenster der Klassenzimmer geklebt waren. Abschied von der Osterfeld-Grundschule nahmen am Freitag nicht nur die Viertklässler, die ab August auf eine weiterführende Schule gehen, sondern alle Schülerinnen und Schüler. Denn das alte Schulgebäude wird aufgegeben. Nach 85 Jahren.

1934 eröffnet

1934 war das Schulgebäude eröffnet worden - damals benannt nach dem NS-Politiker Hermann Göring. Die Ausstattung war modern. Es gab Handarbeitsräume und die Möglichkeit, Filme vorzuführen. Und im Keller sogar ein Wasserbecken für Bewegungsspiele.

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude weitgehend schadlos und wurde deshalb als zunächst einzige Schule in Eving gleich nach Kriegsende als Osterfeld-Schule wiedereröffnet. „In den ersten drei Tagen wurden etwa 800 Kinder nur von einer Lehrerin und dem Schulleiter betreut“, heißt es in der Chronik der Schule. Auch in den nächsten Jahren wurde wegen der Überbelegung der Schule mit mehr als 1000 Schülern vormittags und nachmittags unterrichtet.

Von der Volksschule zur Grundschule

Einen Einschnitt brachte die Schulreform Ende der 1960er-Jahre. 1967 wurde aus der Volksschule eine Grund- und eine Hauptschule. Die Grundschule blieb im angestammten Gebäude, für die Hauptschule entstand ein Neubau. Bis dahin wurde in Pavillons unterrichtet. 1972 wurde die Osterfeld-Grundschule dann umfassend saniert.

Das wäre auch jetzt wieder nötig. Die Gebäudesubstanz ist veraltet. Ein Teil des Kellergeschosses kann wegen permanenten Gestanks unbekannter Herkunft nicht mehr genutzt werden.

Abschied für immer von einem alten Schulhaus mit Geschichte

Die alter Osterfeld-Schule (Bildmitte) hat ausgedient. Die Grundschule zieht zum nächsten Schuljahr in das ehemalige Hauptschul-Gebäude (oben rechts) um. © Oskar Neubauer

Schon seit 2014 wurden daher Umzugspläne geschmiedet, zumal das benachbarte Gebäude der Hauptschule seit. Jahren leersteht und zeitweise als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde. Jetzt endlich wird es für die Grundschule hergerichtet.

Umzug in ehemalige Hauptschule

In der alten Osterfeld-Grundschule sind deshalb viele Kisten schon gepackt. Am 28. August soll das neue Schuljahr im früheren Hauptschul-Gebäude starten, kündigt Schulleiter Manfred Hartisch an, der selbst Anfang 2020 in den Ruhestand geht.

Er freut sich aber, dass das neue Domizil auch eine moderne technische Ausstattung unter anderem mit modernen Displays, I-Pads und Beamern bekommt. Auch der Offene Ganztag bekommt zusätzlich zum eigenen OGS-Gebäude auf dem Gelände an der Osterfeldstraße zusätzliche Räume im Schulgebäude, teilte die Verwaltung auf Anfrage mit.

Fusion mit Ketteler-Grundschule

Im folgenden Schuljahr 2020/21 soll die Ketteler-Grundschule mit einziehen und mit der Osterfeld-Schule fusioniert werden. Sie räumt dann ihr altes Domizil am Falläckerweg. Was aus den alten Schulgebäuden wird, ist noch unklar. Das werde noch geprüft, teilte Stadtsprecherin Katrin Pinetzki auf Anfrage mit.

Viertklässler Lukas, der am Freitag mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern zum Abschied von der alten Schule Seifenblasen auf dem Schulhof aufsteigen ließ, würde einen Abriss bedauern. „Wir haben hier vier schöne Jahre gehabt“, stellte der Neunjährige fest.

„Alte Schule, altes Haus“, sangen die Grundschüler zum Abschied. Aber auch „neue Schule, neues Glück. Und es führt kein Weg zurück.“

Zahlen

Das ist die Osterfeld-Grundschule

  • Die Osterfeld-Grundschule ist eine von sechs Grundschulen im Stadtbezirk Eving.
  • Im jetzt zu Ende gegangenen Schuljahr besuchten 202 Schülerinnen und Schüler die Osterfeld-Grundschule mit jeweils zwei Klassen pro Jahrgang.
  • Der Offene Ganztag, betrieben von der Awo-Tochter Dobeq, hat seit 2009 ein eigenes Gebäude, nutzt aber auch noch alte Pavillons auf dem Gelände.
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