Absage fürs Gaudium im Mengeder Volksgarten doch noch nicht endgültig

dzCorona-Lockerungen

Vor vier Wochen hat das Land NRW bis zum 31. August alle Großveranstaltungen verboten. Was aber sind Großveranstaltungen? Dafür fehlt eine klare Regelung. Gibt es doch ein Gaudium?

Mengede

, 13.05.2020, 10:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Antje Klein ist Chefin des Mengeder Stadtbezirksmarketings. In dieser Funktion sei es ihre Aufgabe, „Mengede als Ort attraktiver zu machen“, betont sie. Und das gilt auch in Corona-Zeiten. „Deswegen werde ich doch nicht sagen, ich mache meinen Job nicht mehr.“

Umso überraschter war sie, als der Organisator des Mengeder Gaudiums, Detlef Huß, vor vier Wochen gegenüber dieser Redaktion und auf Facebook erklärte, das 13. Mengeder Mittelalterlich Gaudium finde wohl erst im Juni 2021 statt. Huß betonte allerdings, noch eine klare rechtliche Regelung abwarten zu wollen.

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Die gebe es bis heute nicht, erklärt Antje Klein. In Sachen Gaudium hat sie ein Wörtchen mitzureden: Denn das Stadtbezirksmarketing ist Veranstalter des Gaudiums. Klein argumentiert zum einen mit der aktuellen Corona-Schutzverordnung. Die sei zunächst bis zum 25. Mai gültig. Das Gaudium ist für den 11. bis 14. Juni terminiert. Wie die Fortschreibung der Verordnung aussehe, sei noch völlig offen.

Keine Definition von Großveranstaltung

Doch selbst wenn sich an der Rechtslage nichts ändern würde, sieht sie prinzipiell eine Chance für das Gaudium. „Das große Problem ist, dass es keine Definition von Großveranstaltungen gibt“, betont Antje Klein. Und fragte bei Rechtsdezernent Norbert Dahmen nach: „Die Aussage des Rechtsdezernenten ist, dass das ein Vakuum ist.“

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Antje Klein argumentiert ferner damit, dass das Mengeder Gaudium in Dortmund nie als Großveranstaltung geführt wurde. Dafür liege in normalen Zeiten die Grenze bei mehr als 5000 Besuchern am Tag - und die sei nie erreicht worden, obwohl das mittelalterliche Fest die größte Veranstaltung Mengedes ist und Besucher aus dem Umland lockt.

Vier Wochen bleiben für Vorbereitung

Deswegen will die Stadtbezirksmarketing-Chefin von einer generellen Absage noch nichts wissen. Alle Auflagen und Optionen „werden wir in verantwortungsvoller Art und Weise prüfen“. Beim Gesundheitsamt habe sie deswegen die Anforderungen an ein Hygienekonzept angefragt. Der Antrag auf Genehmigung der Veranstaltung beim Ordnungsamt bleibe weiter bestehen.

Schließlich seien noch vier Wochen Zeit. „Wenn wir allerdings feststellen, wir stoßen an unsere Grenzen, dann sind wir raus.“ Ein Gaudium ohne Verpflegungsstände gehe genauso wenig wie ein Verzehr von Essen und Getränken mindestens 50 Meter entfernt vom Verkaufsstand. „Das funktioniert im Volksgarten nicht.“

Überrascht war Antje Klein auch über eine Aussage von Hans-Ulrich Peuser. Der Vorsitzende des Heimatvereins hatte erklärt, auch das für den 4.-6. September vorgesehene Michaelisfest finde wohl nicht statt. „Das wissen wir überhaupt noch nicht“, betont sie. Für alle Veranstaltungen nach dem 31. August gibt es noch keine Vorgaben.

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