Gefährliche Abkürzung durchs Wohngebiet: Schon jetzt wächst die Angst vor der Umweltspur

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Auf der Brackeler Straße soll eine Umweltspur entstehen. Das würde die Rückstaus verschärfen. Autofahrer kennen jetzt schon Abkürzungen. Die sind aus etlichen Gründen problematisch.

Nordstadt

, 12.02.2020, 08:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um die Luftbelastung in der Innenstadt zu verringern, will die Stadt Dortmund verschiedene Maßnahmen umsetzen - auch eine Umweltspur auf der Brackeler Straße in Richtung Borsigplatz soll zur Reduzierung der Stickoxide beitragen.

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Auf der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord haben die Mitglieder den Beschluss des Stadtrates zur Kenntnis genommen - grundsätzlich stimmt die Bezirksvertretung Maßnahmen zu, die für eine Reduzierung der Abgase sorgen sollen.

Das Thema Abgasreduzierung ist nicht neu

Man habe von Seiten der Bezirksvertretung die Stadtverwaltung bereits vor fünf Jahren aufgefordert, Maßnahmen zur Verringerung der Schadstoffwerte zu treffen - darauf wies die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen in der Sitzung am 5. Februar im Dietrich-Keuning-Haus hin. „Das Thema ist für uns nicht neu“, sagt Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder.

Gefährliche Abkürzung durchs Wohngebiet: Schon jetzt wächst die Angst vor der Umweltspur

Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder und seine Bezirksvertretung fordern parallele Maßnahmen, um unerwünschte Abkürzungen zu verhindern. © Peter Bandermann (Archiv)

Doch die Sorge bei den Politikern ist jetzt groß, dass die Autofahrer auf der Brackeler Straße nicht auf Busse, E-Autos und Elektrofahrräder umsteigen, um damit die Umweltspur zu nutzen. Sondern dass sie bei langen Rückstaus, wie sie jetzt zu Stoßzeiten bereits üblich sind, „mal eben schnell“ eine Abkürzung nehmen und durch die Wohngebiete in Richtung Innenstadt fahren.

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„Dort sind die Straßen sehr schmal und zugeparkt, aber die Autofahrer können auf diesen Wegen erfahrungsgemäß bequem parallel zur Brackeler Straße zum Borsigplatz fahren“, sagt der Bezirksbürgermeister. Er befürchtet, dass ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in diesen engen Straßen gefährlich für die Anwohner wird - zumal dort auch Grundschulen und Kitas liegen.

Autofahrer biegen reihenweise ins Wohngebiet ab. Jetzt schon.

Tatsächlich muss man sich keine drei Minuten an die Brackeler Straße stellen: Reihenweise biegen findige Autofahrer, die in Richtung Borsigplatz im Ampelstau stehen, nach rechts in die Straße „Am Spähenfelde“ ab, um kurz darauf wieder nach links auf die Wambeler Straße zu fahren. Von da aus ist es bis zum Borsigplatz nur noch ein Katzensprung. Selbst schuld, wer da an der Ampel stehen bleibt - oder?

Gefährliche Abkürzung durchs Wohngebiet: Schon jetzt wächst die Angst vor der Umweltspur

Mal eben schnell ins "Spähenfelde" abbiegen - das machen viele, wenn es einen Rückstau in Richtung Borsigplatz gibt. Die Bezirksvertretung fordert Maßnahmen, um die Wohngebiete zu entlasten. © Martina Niehaus

„Wenn man die Situation mit einer Ampel oder einer Umweltspur noch weiter verschärft, wird das natürlich noch mehr Leute motivieren, durch die Wohngebiete zu fahren“, sagt Jörder. „Deshalb sollte man diese Folgen jetzt schon im Auge behalten und Maßnahmen ergreifen, um das zu verhindern.“

Anliegerschilder könnten, so der Bezirksbürgermeister, eine solche Parallel-Maßnahme sein. Auch Messungen an weiteren Orten im Stadtgebiet gehören zu den Forderungen, die die Bezirksvertretung seit Jahren fordert.

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