Abibälle in Dortmund fallen Corona zum Opfer - doch es gibt Lösungen

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Bundesweit werden zahlreiche Corona-Maßnahmen gelockert. Größere Veranstaltungen bleiben allerdings vorerst untersagt. Doch was bedeutet das eigentlich für die lange geplanten Abibälle?

Dortmund

, 18.05.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach den Abiturprüfungen ist vor dem Abiball. So lautet der eigentliche Plan vieler Abiturienten. Aber wie ist es, wenn der krönende Abschluss der Schullaufbahn einfach ausfällt? Mit dieser Frage werden die Dortmunder Abiturienten in diesem Jahr konfrontiert. Während es mancherorts schon konkrete Pläne gibt, ist die Situation anderswo noch ungewiss.

105 Abiturienten stecken an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule momentan in den letzten Prüfungen ihrer gesamten Schulzeit. Auf ihren für den 19. Juni geplanten Abiball müssen die Schüler allerdings verzichten. Er soll aber nachgeholt werden, erklärt Schülersprecher Paul Schneider.

Plakate und Einladungen sind schon gedruckt

„Wir haben lange überlegt, wie wir mit der Situation umgehen und haben nun entschieden, dass wir den Abiball in den Oktober verschieben.“ Und obwohl die Planungen für den Abiball schon seit vielen Monaten laufen und sogar schon Plakate und Einladungen gedruckt und verschickt worden seien, habe die Verschiebung reibungslos funktioniert.

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„Der Abiball soll im Freischütz stattfinden und da hat die Zusammenarbeit mit den Betreibern extrem gut geklappt. Als einzige Kosten sind bislang 500 Euro für die Anzahlung angefallen und die können wir einfach auf den Oktobertermin übertragen“, betont Paul Schneider.

Freischütz ist beliebte Location

Die Geschwister-Scholl-Oberschule ist derweil nicht die einzige Schule, die einen Abiball im Freischütz geplant hat. Auch die rund 110 Abiturienten des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums wollten ihren Abiball dort feiern. Den anfangs für Mitte Juni geplanten Abiball hatten die Schüler jedoch bereits vor Wochen auf den 31. Juli verlegt.

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„Aber aufgrund des derzeitigen Verbots von Großveranstaltungen wird das wohl auch nicht klappen“, betont Schülerin Franca Frontzek. Deshalb sind die Schüler momentan auf der Suche nach einer Lösung, denn: „Wir wollen eigentlich auf jeden Fall einen Abiball veranstalten“, unterstreicht Franca Frontzek.

Zwar hätten die Schüler derzeit auch mit den Abiturprüfungen viel um die Ohren, an eine bloße Absage des Abiballs wird laut Franca Frontzek aber kein Gedanke verschwendet: „Wir gucken, wie wir die Veranstaltung trotzdem realisieren können. Da arbeiten alle wirklich gut zusammen. Wie wir es am Ende machen, ist aber noch unklar.“

Enormer Umsatzausfall für Betreiber

Für das Unternehmen muto heimgastronomie, das unter anderem das Freischütz betreibt, sind die Abibälle ein wichtiger Einnahmefaktor. Insgesamt waren für den Sommer acht Abibälle geplant, erklärt Geschäftsführer Philip Winterkamp. „Davon waren sieben im Freischütz vorgesehen. Momentan warten wir ab, wie sich die Situation weiterentwickelt.“

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Allerdings gehe er davon aus, dass Veranstaltungen in dieser Größenordnung erst einmal nicht stattfinden werden. Aus wirtschaftlicher Sicht wiege die Absage von Abibällen sehr schwer. Winterkamp: „Es gibt zwar auch geleistete Anzahlungen, die dann zurückerstattet werden müssten, allerdings ist der entstehende Umsatzausfall deutlich schlimmer.“ Dieser summiere sich voraussichtlich auf bis zu 180.000 Euro.

Auch Abibälle in Westfalenhallen ungewiss

Die Hoffnung auf die Abibälle gänzlich aufgeben, will aber auch Winterkamp nicht: „Wir versuchen natürlich erst einmal, die Veranstaltungen zu verschieben. Da viele Schüler allerdings nach dem Abitur normalerweise auch die Heimat verlassen, werden wir sehen müssen, ob Verschiebungen überhaupt infrage kommen.“

Ähnliche Probleme kennt man auch bei den Westfalenhallen, wie Bereichsleiter Li Listmann erklärt. Grundsätzlich seien dort zwei Abibälle geplant, die derzeit auch noch nicht abgesagt wurden. „Wir sind mit den jeweiligen Organisatoren im Gespräch. Möglicherweise können die Veranstaltungen auch verschoben werden, aber das ist aktuell noch unklar“, so Listmann.

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