Nicht jeder Abiturient kann automatisch auch jedes Studienfach belegen. Der „Numerus Clausus" dient als Auswahlverfahren. © picture alliance / dpa
Studieren in Dortmund

Abi-Note für Zulassung egal: Ist Dortmund unattraktiv für Studierende?

Laut aktuellen Daten haben nur sehr wenige der Studiengänge in Dortmund einen „Numerus Clausus“. In einem bundesweiten Ranking steht die Stadt auf dem ersten Platz.

Mit druckfrischen Zeugnissen in der Tasche wird es für viele junge Menschen in diesem Winter an eine der Hochschulen in Dortmund gehen. Dabei ist häufig die einzige Hürde zwischen Studierenden und ihrem Wunschfach: der Numerus Clausus. Der sollte den künftigen Dortmunder Studenten laut einer aktuellen Datenerhebung allerdings nur wenige Sorgen bereiten.

Dortmund mit niedriger NC-Quote von 23 Prozent

Laut Daten der Hochschulrektorenkonferenz ist der Anteil der Studiengänge mit Numerus Clausus, also jener Durchschnitts-Abiturnote, die es zur erfolgreichen Aufnahme im jeweiligen Studiengang braucht, seit fünf Jahren rückläufig und liegt deutschlandweit derzeit bei 40,1 Prozent.

Dabei hänge es vor allem vom Studiengang ab, welche Voraussetzung erfüllt sein muss: In den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften seien etwa die Hälfte der Studienangebote zulassungsbeschränkt, aber nur etwa ein Drittel der Ingenieurs- und Naturwissenschaften sowie Mathematik.

Gravierende Unterschiede treten dabei zwischen den einzelnen Hochschulorten auf. So ist Hamburg mit einer NC-Quote von 65,2 Prozent der aktuelle Spitzenreiter, gefolgt von Berlin (65,1 Prozent) und dem Saarland (63,3 Prozent).

Dortmund ist unter den Städten mit mehr als 50.000 Studierenden sogar diejenige mit der geringsten NC-Quote (23 Prozent). Das heißt, dass für weniger als jeden vierten Studiengang die Abi-Note eine Rolle spielt.

Bestimmte Fächer haben häufiger einen NC

Gäbe es mehr Bewerber, müsste dieses Zulassungskriterium wohl häufiger angewandt werden. Eva Prost von der Pressestelle der Technischen Universität Dortmund meint aber, dass die Statistik weniger mit der Qualität, als vielmehr mit der Struktur von Dortmunds Studienangebot zutun habe.

Zulassungsbeschränkte Fächer seien laut Prost zu einem großen Teil sämtliche Medizin-Fächer wie Allgemein-, Zahn und Tiermedizin. Das sind allesamt Angebote, die man an Dortmunds Hochschulen nicht finde. An der TU sind 158 von 191 Fächern NC-frei.

„Einen großen Teil des Studienangebotes an der TU Dortmund machen hingegen die Lehramtsangebote aus“, sagt Prost. Diese gehören durch die Bildungswissenschaften wiederum zu den NC-beschränkten Fachrichtungen.

Der Grund für den NC-Abwärtstrend findet sich laut Prost in einem hohen NC-Anteil der Jahre 2011 bis 2013: Damals kam es aufgrund der Abschaffung der Wehrpflicht und des doppelten Abiturjahrgangs zu einem großen Ansturm auf die Universitäten. Logische Konsequenz: Der NC, der sich aus der Anzahl von Bewerbern ergibt, war gestiegen. Im Laufe der Jahre hatte sich dieser Zustand dann wieder normalisiert.

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