Abfuhr für Bürgerinitiative in Sölde: Stadt lehnt alle Vorschläge ab

dzBaustellen in Dortmund

Die Sölder haben alles versucht, um den Ausbau des Tunnels zu umgehen: Zuletzt mit einer Petition an die Stadt Dortmund. Die lehnte die Vorschläge jetzt ab. Die Enttäuschung ist groß.

Sölde

, 17.05.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Antwortschreiben der Stadt Dortmund lässt keinen anderen Schluss zu: Die Versuche der Sölder Bürger, an der neuen Durchfahrtshöhe (4,20 Meter) der Bahnunterführung Vellinghauser Straße / Sölder Straße etwas zu ändern, sind zum Scheitern verurteilt.

Die Verwaltung hat die Verbesserungsvorschläge der Bürger abgelehnt. Nun bestehe die Gefahr, dass die Durchfahrt durch Sölde zu einer „Hauptverkehrsachse“ wird, befürchtet die Sölder Bürgerinitiative (BI), die gegen den Ausbau der Bahnunterführung kämpft.

Denn viele Versuche, die Geschwindigkeit der fahrenden Fahrzeuge oder den Verkehr zu reduzieren, sind verworfen worden.

Bezirksbürgermeister nicht mit Antwort einverstanden

„Diese Antwort können wir nicht so stehen lassen“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD), der in vielen Punkten aufseiten der Bürger steht. Doch was kann die BI noch tun?

Vermutlich nichts mehr, denn die Arbeiten an der neuen Unterführung, die nun auf 4,20 Meter Durchfahrtshöhe ausgebaut wird, laufen auf Hochtouren. Ende Juni soll alles fertig sein, und die Straße wieder befahrbar.

Aber warum wollte die Stadt Dortmund nicht von der geplanten Durchfahrtshöhe von 4,20 Meter abweichen?

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Die Antwort aus der Verwaltung dazu: „Bei der Sölder Straße handelt es sich um eine klassifizierte Landesstraße (L662), die eine bedeutende Verkehrsfunktion darstellt. Funktionsgemäß soll sie hohe Verkehrsmengen aufnehmen und dadurch auch Alternativrouten durch Wohnstraßen den Verkehr entziehen.“

Lkw über 7,5 Tonnen dürfen fahren

Auch ein Durchfahrtsverbot für Lkw ab 7,5 Tonnen wird es nicht geben. Das machte die Verwaltung deutlich. Es sei mehrfach von den Verkehrsbehörden überprüft und abgelehnt worden.

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Die Bürger forderten auch eine Tempobegrenzung aus Richtung Sölderholz. Auch diesen Vorschlag lehnt die Stadt Dortmund ab. Es handele sich dabei um eine innerörtliche Hauptverkehrsstraße, auf der Tempo 50 km/h gelten würde.

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Der Bereich vor der Unterführung aus Richtung Sölderholz kommend sei „unauffällig“ und demnach eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht erforderlich.

Auch eine weitere Ampel wird es nicht geben

Auch eine weitere Ampel im Bereich zwischen dem Sölder Bahnhof und der neu errichteten Kita wurde von der Stadt abgelehnt. Mit der Begründung, dass eine Ampel im Bereich der Schlagbaumstraße aufgestellt werde. Das seien dann nur 70 Meter von der Kita entfernt und somit ausreichend.

Kommentar

BLOSS NICHT AUF DER B1 - ABER IN SÖLDE

Die Entscheidung der Stadt Dortmund mag rechtens sein, keine Frage. Verständlich ist sie für die Bürgerinnen und Bürger aber nicht. Denn: Warum wird auf einer Bundesstraße wie der B1 ein Lkw-Verbot für ortsfremde Fahrzeuge über 7,5 Tonnen ausgesprochen und auf einer Landestraße, wie der Sölder Straße, ist das nicht möglich? Wenn die Sölder Menschen böswillig wären, könnten sie der Stadt Dortmund unterstellen, ihre Gesundheit sei nicht so wichtig und es gehe vor allem darum, die Schadstoffwerte in der City zu senken, nicht im Vorort. Denn: Die ausgestoßenen Schadstoffe werden schließlich an der B1 gemessen. Dass die Stadt Dortmund in Sölde absichtlich Staus provoziere, halte ich für unwahrscheinlich. Wundern darf sich aber niemand, wenn es in Zukunft öfter heißt, dass es sich auf der Sölder Straße staut.
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