300 alte Autoreifen skrupellos in der Landschaft entsorgt - Täter bislang unbekannt

dzUmweltfrevel in Bodelschwingh

Manfred Budde traute seinen Augen nicht, als er zu seinem Feld kam: Auf der Zufahrt lag ein Riesenberg alter Autoreifen. Wie die dort hinkamen und vom wem, ist alles unklar.

Bodelschwingh

, 19.06.2019, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das, was er sah, machte Landwirt Manfred Budde ziemlich fassungslos: Auf der Zufahrt zu seinem Feld lagen Berge alter Autoreifen. Wie sie dort hinkommen, wem sie gehören, wer sie entsorgt, das sind drei offene Fragen.

Tatsache ist: Dort liegt entlang des Feldes ein riesiger Reifenberg. An die 300 sind es, schätzt Manfred Budde. Sie liegen auf einem Wirtschaftsweg, der kurz vor der Autobahn 45 vom Richterweg abgeht. Landwirt Budde und sein Sohn nutzen den Weg, um zu ihrem Feld zu kommen. So auch an diesem Tag, als Manfred Budde mit seinem Trecker vor dem Reifenhaufen stand. Eigentlich wollte er das Gras mähen, um Heu zu machen. Stattdessen, so erzählt er, habe er erst einmal mit dem Frontlader ein paar Reifen beiseite geräumt, um überhaupt durchzukommen.

300 alte Autoreifen skrupellos in der Landschaft entsorgt - Täter bislang unbekannt

Manfred Budde. © Foto: Holger Bergmann (A)

Sein Sohn meldete die Umweltsünde über die „Dreckpetze“-App der Stadt. Inzwischen war die EDG auch vor Ort, um sich das Ganze anzusehen. Das menschliche Empfinden sagt „Der Müll muss hier weg“, aber so einfach ist das nicht. Denn die Vorschriften sind so, dass erst einmal geklärt werden muss, wem das zugemüllte Grundstück gehört. „Nur, wenn klar ist, dass es sich um eine öffentliche Wegefläche handelt, dürfen wir sofort tätig werden“, erklärt Petra Hartmann von der EDG. Dabei geht es auch um die Frage, wer später die Kosten übernimmt.

Hinweise auf den Täter gibt es bisher nicht

In diesem Fall am Rande von Bodelschwingh sei auf Anhieb nicht klar gewesen, wem die Fläche gehört. Also wendete sich die EDG an die Stadt. Die teilt nun ihrerseits auf Anfrage mit: „Die Stadt Dortmund ist Grundstückseigentümerin der städtischen Feldwegparzelle.“ Und vor allem die wichtige Nachricht: „Die Stadt wird die Entsorgung der Altreifen veranlassen.“

Keine Erkenntnisse gebe es bisher darüber, wer für diesen Umweltfrevel verantwortlich ist. Den Täter, so erklärt die Stadt, habe man bisher nicht ermitteln können. Manfred Budde ist jedenfalls erst einmal froh, dass die Reifen verschwinden. Aber sauer ist er trotzdem: über denjenigen, der einfach gedankenlos jede Menge Müll in die Landschaft kippt - und bezahlen sollen andere.

Altreifen dienen als Brennstoff oder werden zu Gummigranulat

Altreifen kann man übrigens in Zementwerken verbrennen oder zu Gummigranulat schreddern. Für diese Entsorgung muss man allerdings ordentlich zahlen.

300 Reifen sind schon unfassbar viele: Aber in Haltern am See wurden vor Kurzem Tausende von illegal entsorgten Altreifen gefunden.

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