200 Dortmunder Kunden-Adressen komplett im Netz

Modemarke der rechten Szene gehackt

DORTMUND Die kompletten Adresssätze von mehr als 200 Dortmundern stehen seit Dienstag offenbar frei zugänglich im Internet. Die Adressen stammen von der Datenbank der Modemarke Thor Steinar, die nach Einschätzung des Brandenburger Verfassungsschutzes unter Rechtsextremisten beliebt ist und als "szenetypisches Erkennungs- sowie Abgrenzungsmerkmal" gilt.

von Von Tobias Großekemper

, 01.01.2010, 15:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Kunden-Adressen aus der gesamten Bundesrepublik waren im Zuge des diesjährigen Kongresses des "Chaos Computer Clubs" (CCC) zunächst gehackt und dann ins Internet gestellt worden - unter ihnen auch die vollständigen Namen und Adressen von mehr als 200 Dortmundern. Ebenfalls veröffentlicht wurden die Umsätze des Internetshops der Marke aus den letzten drei Jahren: 2006 lag der bei rund 460.000 Euro, 2007 wuchs er rasant auf rund 1,8 Millionen Euro, 2007 schrumpfte er auf rund 1,2 Millionen Euro.

Die Kunden-Adressen aus der gesamten Bundesrepublik waren im Zuge des diesjährigen Kongresses des "Chaos Computer Clubs" (CCC) zunächst gehackt und dann ins Internet gestellt worden - unter ihnen auch die vollständigen Namen und Adressen von mehr als 200 Dortmundern. Ebenfalls veröffentlicht wurden die Umsätze des Internetshops der Marke aus den letzten drei Jahren: 2006 lag der bei rund 460.000 Euro, 2007 wuchs er rasant auf rund 1,8 Millionen Euro, 2007 schrumpfte er auf rund 1,2 Millionen Euro.

Wieviel oder wann zum Beispiel die Dortmunder Kunden bestellten, geht aus den im Internet ersichtlichen Datensätzen nicht hervor. Auch ist die Authentizität der Datensätze nicht ganz klar: Die Inernetseite der Firma hatte bis gestern keinen entsprechenden Hinweis auf ihrer Homepage, für eine Stellungnahme war gestern niemand mehr zu erreichen.

Die für die Veröffentlichung verantwortlichen Hacker gehören offenbar einer antifaschistischen Gruppierung an - das lässt sich aus der Gestaltung ihrer Online-Veröffentlichung erkennen. Laut dem Onlineportal zeit.de würden bei den jährlichen Kongressen des CCC regelmäßig verschiedene Internetseiten gehackt, besonders beliebt für virtuelle Attacken seien Seiten mit einem rechten Hintergrund. Vor wenigen Tagen war zunächst eine Neonazi-Flirtseite gehackt und die Daten der Benutzer veröffentlicht worden. Gestern standen dann die Kundendaten der Modemarke im Netz.

Laut zeit.de haben die Computerhacker aber nicht nur sichtbar gemacht, wer in Deutschland Bekleidung von Thor Steinar bestellt: So sei auch die Internetseite des Dortmunders Dennis G. gehackt. Auf dieser Seite stelle G. mehr als 20 Neonazigruppierungen Speicherplatz für ihre Internetseiten zur Verfügung.

  • Die Marke Thor Steinar wurde im Oktober 2002 registriert. Seit 2009 sitzt die Geschäftsleitung in Dubai. Unter dem Markennamen wird Erwachsenen- und inzwischen auch Kinderbekleidung vertrieben.
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