Ein Bild aus dem Sommer 2020: Dieser Erstklässler war auf dem Weg in seine neue Grundschule. © dpa
Einschulung im Sommer

18 bis 157 Anmeldungen: Top und Flop der Grundschulen in Dortmund

Manche Grundschulen sind in Dortmund sehr beliebt, andere kaum. Spitzenreiter und Schlusslicht sind jetzt bekannt. Politiker bemängeln die Planung mit großen Klassen, sie haben andere Ziele.

Rund 5500 neue Erstklässler freuen sich in Dortmund auf ihren Schulstart im Sommer. „Das Ergebnis des Anmeldeverfahrens hat gezeigt, dass die Grundschullandschaft grundsätzlich bedarfsgerecht aufgestellt ist“, heißt es in einem Schreiben der Stadtverwaltung. Grundsätzlich.

„In aller Regel“ seien ausreichende Aufnahmemöglichkeiten gegeben. „Nur in einer geringen Anzahl können Anmeldungen an der von den Erziehungsberechtigten gewünschten Grundschule nicht realisiert werden“, so die Stadt Dortmund.

In diesen Fällen stehe ein „gleich gut zu erreichendes alternatives Platzangebot an einer anderen wohnortnahen Grundschule zur Verfügung“.

Klassen sind zu voll

Im Schulausschuss hat es in der vergangenen Woche Diskussionen um die aktuellen Zahlen gegeben. „Ich finde es erstaunlich, dass wir 16 Klassen mehr bilden könnten, als wir es tun“, sagte Dr. Eva-Maria Goll für die CDU.

Weil die Klassen relativ voll sind, nehme man sich selbst Flexibilität, wenn etwa eine Familie neu zuzieht oder eine Klasse wiederholt werden soll. „Man muss sich nicht an der obersten Größe der Klassen orientieren“, so Goll.

Auch Elternvertreterin Anke Staar fragte: „Wie gelingt es, mehr Lerngruppen zu schaffen?“ Lehrkräfte seien mit großen Klassen häufig überfordert, eine Verkleinerung der Klassen könne den Beruf attraktiver machen.

Mit Blick auf die einzelnen Anmeldezahlen sagte Staar: „Wir haben uns an einigen Standorten sehr gewundert.“ Stellenweise seien etwa vierzügige Stufen, also mit Klassen von a bis d, möglich, würden aber nicht realisiert.

„Bauliche Kapazitäten“ seien nicht optimal

Gernot Willeke vom zuständigen Fachbereich der Stadtverwaltung sagte dazu: „Dieser Prozess ist in vollem Gange. Die baulichen Kapazitäten sind noch nicht da, wo sie sein müssten.“

Mehr als 1 Milliarde Euro soll in den kommenden Jahren in die Schulen fließen. Der Zielwert für die Stadt Dortmund liege bei 23 Kindern pro Klasse.

An einigen Schulen gebe es sehr viele und an anderen sehr wenige Anmeldungen, sagte Willeke. Jede einzelne Schule werde man sich anschauen und mit benachbarten Standorten vergleichen.

Die meisten Anmeldungen hatte die Albrecht-Brinkmann-Grundschule in der Nordstadt. Dort gibt es zwar bereits Kapazität für fünf Klassen mit 125 Kindern – 32 weitere Erstklässler mussten aber abgewiesen werden.

Tiefstwert in Dortmund in Körne erreicht

Für die Uhland-Grundschule in Körne gab es hingegen nur 18 Anmeldungen: Tiefstwert für ganz Dortmund. 5 weitere Kinder, die wohl eigentlich woanders hinwollten, werden hinzukommen, um eine einzelne Eingangsklasse zu bilden.

Die Anmeldezahlen aus dem Januar können sich bis zum Beginn des Schuljahres „teilweise noch erheblich ändern“, so Willeke. 66 Kinder seien Ende März noch gar nicht angemeldet.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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