Am Donnerstag startet das „Pokémon Go“-Fest in Dortmund. Mehr als 150.000 Fans des Spiels gehen auf die Jagd. Polizei und DSW sprechen Warnungen aus. Alles Wichtige im Überblick.

von Tara Bunk

Dortmund

, 04.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Von Donnerstag bis Sonntag (4. bis 7. Juli) treffen in Dortmund beim „Pokémon Go“-Fest kleine virtuelle Monster und deren Fans aufeinander. Im vergangenen Jahr kamen rund 170.000 Gäste in die Stadt.

Was erwartet Dortmund an den vier Tagen? Wir haben die Antworten auf wichtige Fragen zusammengestellt.

Was ist „Pokémon Go“?

Pokémon-Go ist eine Spiel-App für Smartphones und Tablets. In erster Linie geht es darum, virtuelle Fabelwesen zu fangen, die anschließend gegeneinander kämpfen können. Mit „Augmented Reality“ ist der Umgebungsort in das Spiel integriert. Pokémons sind überall – entdecken lassen sie sich jedoch nur durch die Linse der App.

Warum findet das „Pokémon Go“-Fest in Dortmund statt?

Das „Pokémon Go“-Fest in Dortmund ist einzigartig in Europa. In dieser Form gibt es nur noch in Chicago (USA) und Yokohama (Japan). „Der Westfalenpark sowie die von der Industriekultur geprägte Kulisse der Ruhrgebietsstadt bieten ein optimales Umfeld für ein besonderes Pokémon-Go-Spielerlebnis“, so der Veranstalter Niantic. Der Westfalenpark ist der Hauptaustragungsort des „Pokémon Go“-Festes, doch auch im Stadtgebiet wird es verschiedene Infopoints geben, an denen gespielt werden kann. Ein weiterer Grund für die Auswahl der Stadt sei Dortmunds Gastfreundschaft, für die die Stadt weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt sei, sagt der Veranstalter.

Darf jeder aufs „Pokémon Go“-Fest?

Darauf gibt der Veranstalter eine klare Antwort: Nein! Es handle sich um eine zugangsbeschränkte Veranstaltung und „der Zutritt zum Westfalenpark inklusive der Teilnahme am Event erfordert ein zuvor erworbenes Ticket“. Geschlossene Gesellschaft also.

Weitere Informationen zum „Pokémon Go“-Fest unter www.pokemongofest-europe.com

Wer dabei sein will, muss ich über ein In-App-Ticketing-System für die Ticketverlosung anmelden. Stand Mittwoch. 3.7., 17 Uhr waren noch Restkarten zu bekommen. Wann endgültig ausverkauft ist, lässt sich nicht vorhersagen. Die Gewinner werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Es gibt zwei Ticketkategorien: Für den Veranstaltungszeitraum von 10 bis 18 Uhr kostet ein Ticket 25 Euro und ein „Early-Access-Zugang“ (Veranstaltungszeitraum von 8 bis 18 Uhr) 35 Euro.

Die Tickets gelten für den gesamten Park, aber ausschließlich für einen bestimmten Veranstaltungstag. Kinder unter 16 Jahren müssen von einem Erwachsenen begleitet werden, der ebenfalls Ticketinhaber ist.

Was bedeutet das Fest für den Tourismus in Dortmund?

Teilnehmer des „Pokémon-Go“-Festes reisen aus ganz Europa an, um in Dortmund auf Safari zu gehen. So viel Zulauf habe man außer bei Messen, Kongressen und Fußball nicht in Dortmund, erläutert Sigrun Späte von Dortmund Tourismus. „Aus rein wirtschaftlicher Sicht ist so eine Veranstaltung super.“

Gerade Hotels profitieren von den vielen Pokémon-Fans. Wer sich noch eine Bleibe organisieren will, muss sich beeilen: Die Hotels seien entweder ausgebucht oder hätten nur noch wenige Zimmer frei.

Wird es Verkehrsprobleme geben?

Viele unachtsame, aufs Smartphone starrende Pokémon-Jäger werden in Dortmund unterwegs sein. Da ist besondere Vorsicht geboten, gerade für Autofahrer.

Die DSW21, die zusätzliche Busse und Bahnen einsetzen wird, forderte bereits ihre Fahrer auf, „verstärkt auf Fußgänger zu achten, die durch die intensive Nutzung von Handy oder Tablet abgelenkt sein könnten“. In diesem Zusammenhang appelliert DSW21 auch an alle Teilnehmer, sich an die Regeln im Straßenverkehr zu halten und auf Busse und Bahnen acht zu geben.

Die Polizei Dortmund weist zudem darauf hin, gefährliche Orte zu meiden: „Bahngleise, Autobahnen, leerstehende Gebäude etc. sind keine Orte für das Spiel. Kein digitales Wesen ist es wert, dass man sich in Gefahrensituationen bringt.“

Was sollten die Teilnehmer beachten?

Die Jagd nach Pokémons sollte nicht zu Hausfriedensbruch führen. In Restaurants, Hotels, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen sei das Spiel meist unerwünscht, so die Polizei. Und „auch auf Polizeiwachen werden nur Verbrecher gejagt, keine Pikachus!“ Auch religiöse Orte sollen respektiert werden und die Pokémon-Jagd dort unterbrochen werden.

Zudem sei wichtig, Rücksicht auf andere Menschen zu nehmen: Sie könnten denken, dass sie fotografiert werden, wenn das Handy auf sie gerichtet wird – obwohl eigentlich nur ein Pokémon ins Netz geht.

Nicht nur Pokémon-Jäger seien unterwegs: Die Polizei warnt vor Taschendieben und rät, auf Wertsachen aufzupassen.

Was sollten Pokémon-Jäger noch wissen?

Kein Netz? Kein Akku? Dazu werde es laut Veranstalter nicht kommen, da ein WLAN-Netzwerk für die Nutzung von „Pokémon Go“ in ausgewählten Bereichen des Westfalenparks zur Verfügung stehe. Lademöglichkeiten fürs Smartphone seien auch vorhanden.

Und: Obwohl auch der Westfalen-Park vom giftigen Eichenprozessionsspinner nicht verschont geblieben ist, besteht mittlerweile keine Gefahr mehr.

Den Teilnehmern wird geraten, viel zu trinken und für ausreichenden Sonnenschutz zu sorgen. Eine 0,33-Liter-Flasche darf mitgenommen und aufgefüllt werden – zum Beispiel an einem der Trinkbrunnen, die in der Stadt verteilt sind.

Achtung, Taschenkontrolle: Teilnehmer sollten sich vor dem Event auch die Veranstaltungsordnung durchlesen. Es gilt beispielsweise ein Glasverbot.

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