15.000 Euro für Heimat-Förderung: Stadt ehrt engagierte Bürger

dzPreisverleihung

Ehrenamtliches Engagement für Dortmund würdigt ein neu geschaffener Heimat-Preis. Ausgezeichnet wurden Projekte um Integration, Bergbau-Erinnerung und eine Grünanlage mit langer Geschichte.

Dortmund

, 22.09.2020, 18:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Heinz-Ludwig Bücking schloss sich ein Kreis. Im Mai 1966 bekam er seine mit 104 DM gefüllte erste Lohntüte als Lehrling für Gießereitechnik im Erdgeschoss der Hörder Burg überreicht. Am Montagabend nahm er als Vorsitzender des Arbeitskreises Dortmund im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten einen von drei Heimat-Preisen entgegen, den die Stadt in diesem Jahr erstmals verliehen hat.

Die Steilvorlage für die Premiere hatte das NRW-Heimatministerium mit der Projekt-Förderung für Heimatprojekte und der Aussetzung eines Landes-Heimat-Preises geliefert. Die Stadt wiederum lobte den Heimat-Preis für Dortmund aus. Er soll, so heißt es offiziell, „herausragendes privates Engagement und

Projekte ehren, die dazu beitragen, Dortmund als liebens- und lebenswerte

Heimat zu gestalten.“

Oberbürgermeister Ullrich Sierau lobte bei der Preisverleihung am Montagabend in der Hörder Burg denn auch das ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten. „Das sind echte Herzblut-Dortmunder“, stellte er fest.

Treffpunkt als zweite Heimat

Aus 15 Vorschlägen, die beim Amt für Stadterneuerung für den Heimat-Preis eingegangen waren, wählte eine Fachjury im Juni die drei besten Projekte aus, über die dann online abgestimmt wurde, um die Rangfolge der Prämierten zu bestimmen. Im Hörder Burgsaal wurde nun das Geheimnis gelüftet, wer die Plätze 1 bis 3 belegt.

Der mit 2500 Euro dotierte dritte Preis geht an den Verein für internationale Freundschaften mit seinem Projekt Spurensuche. Der seit mehr als 30 Jahren aktive Verein betreibt in der Nordstadt einen Treffpunkt für Zuwanderer vor allem aus der früheren Sowjetunion und der Türkei und hat so dazu beigetragen eine „zweite Heimat“ für Migranten zu schaffen.

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Dazu gehört auch, die Lebensgeschichten der Menschen in Büchern und Ausstellungen zu dokumentieren. Die Ausstellung „Glück Auf in der neuen Heimat“, die die Geschichte von türkischen Bergleuten erzählt, die als Jugendliche nach Deutschland geholt wurden, ging bundesweit auf Tournee.

Letztes Dortmunder Bergwerk

Der mit 5000 Euro dotierte zweite Preis ging an den Arbeitskreis Dortmund des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten, der in Syburg das Besucherbergwerk Graf Wittekind in alten Stollen betreibt. „Das ist wie eine große archäologische Grabung“, erklärte Bücking den Zuhörern bei der Preisverleihung.

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Zwölf Meter bis zum Durchbruch zwischen den Stollenabschnitten fehlen noch. Weil dafür aufwendige Bohrungen nötig sind, kann der Verein das Geld gut gebrauchen, erklärte Heinz-Ludwig Bücking. Ein weiteres Projekt ist die Restaurierung des Pferdegöpels im Westfalenpark, der an die Bergbaugeschichte in diesem Bereich erinnert.

Grüne Oase in der Nordstadt

Über den mit 7500 Euro dotierten Hauptpreis können sich schließlich die Mitglieder des Freundeskreises Fredenbaum-Park freuen. Er kümmert sich seit 25 Jahren um das große Grün im Norden der Stadt. „Der Park ist ein Wohlfühlort und eine Art Tauchsieder für die Integration“, beschrieb der Vereinsvorsitzende Dr. Wilhem Grote die Besonderheit des Fredenbaum-Parks, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht.

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Mit dem Preisgeld sollen nun Möglichkeiten geschaffen werden, diese Geschichte vor Ort im Park zu dokumentieren, kündigte Grote an. Außerdem nimmt der Freundeskreis stellvertretend für die Stadt Dortmund an einer zentralen Veranstaltung auf Landesebene zum Landes-Heimat-Preis 2021 teil.

Der vom Land finanzierte Heimat-Preis ist nur eines der Elemente der neuen Heimat-Förderung. Dazu gehören auch der Heimat-Scheck mit bis zu 2000 Euro Förderung für Vereine und Initiativen, die Heimat-Werkstatt, der Heimat-Fonds und das Heimat-Zeugnis. Informationen zu den Fördermöglichkeiten gibt es bei der Koordinierungstelle „Heimat“ im Amt für Stadterneuerung, Tel. 0231 50-25973.

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