So sah es am 20. Dezember 2020 aus, nach der vorerst letzten Landung einer Maschine aus Großbritannien am Dortmunder Flughafen. Zu vielen anderen Zielen starten aber noch Flieger. © Schaper (Archiv)
Corona-Maßnahme

15-Kilometer-Radius: Kann der Flughafen Dortmund das kontrollieren?

Nur 15 Kilometer entfernen vom eigenen Wohnort – das droht allen, wenn die Corona-Inzidenz über 200 steigt. Ist so etwas kontrollierbar, zum Beispiel für den Flughafen in Dortmund?

Die Grenze ist festgelegt: Mehr als 200 Corona-Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage, umgerechnet auf 100.000 Einwohner? Dann werden sich alle Einwohner dieser kreisfreien Städte oder Landkreise nicht mehr weit von ihrem Wohnort entfernen dürfen – es sei denn, sie sind beruflich unterwegs oder aus einem anderen äußerst dringenden Grund.

Ab dann dürfen sich die Einwohner nur noch in einem 15-Kilometer-Radius von den eigenen Stadtgrenzen wegbewegen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. Die Umsetzung des Landes NRW ist Formsache.

Flughafen: „Wir können das gar nicht kontrollieren“

Wird das nicht besonders dort zum Problem, wo permanent lange Distanzen zurückgelegt werden, beispielsweise bei Flughäfen? Wer ins Flugzeug steigt, überschreitet die 15-Kilometer-Marke auf jeden Fall. Aber schon der Weg zum Flughafen ist für viele länger.

„Wir können das gar nicht kontrollieren“, schätzt Davina Ungruhe, die Sprecherin des Dortmunder Flughafens. Zwar sei noch nicht klar, wie genau die Corona-Schutzverordnung für die Zeit ab 10. Januar 2021 laute – die rechtlichen Rahmenbedingungen sind aber eindeutig.

Wer online eincheckt, wird auch weniger vor Ort kontrolliert

Wie solle man kontrollieren, ob jemand aus Herne, dem Kreis Recklinghausen, aus Hamm, Hagen, dem Hochsauerland nun tagesaktuell in die 15-Kilometer-Regel falle? Zudem, so Ungruhe: „Viele checken online ein bei Flügen innerhalb der EU.“ Eine Kontrolle vor Ort sei also nicht vorgesehen.

Und ob es sich nun um eine berufliche Verpflichtung oder eine rein private Reise handele, wegen der der Einzelne ins Flugzeug steige – das dürfe man gar nicht abfragen: „Der Grund geht uns als Betreiber des Flughafens gar nichts an.“

„Stand jetzt ändert sich für uns nichts“, so Ungruhe am Mittwochmittag. Anders sehe es höchstens aus, wenn „das Reisen pauschal gar nicht mehr möglich“ sein würde. Eine Variante, die den Flughafen natürlich hart treffen würde.

Fast alle Flüge aus Dortmund gehen in Risikogebiete

„Man setzt auf die Weitsicht der Bürger“, unterstreicht die Flughafen-Sprecherin. Die Eigenverantwortlichkeit des einzelnen gelte eben auch für den Bereich Reisen.

Aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen liegen fast alle Ziele, die man aus Dortmund erreicht, aktuell in vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebieten.

Das betrifft die Destinationen in folgenden Ländern: Albanien, Bosnien, Georgien, Italien, Kosovo, Kroatien, Lettland, Litauen, Republik Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Österreich, Polen, Portugal, Serbien, Spanien, Rumänien, Ukraine, Ungarn, Zypern, zudem fast alle Ziele in Griechenland.

Die einzigen Ausnahmen: Keflavik auf Island sowie die griechische Insel Kreta.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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