1000 Motorradfahrer bei Demo in der Innenstadt erwartet

dz„Bikers for Freedom“

Für Sonntag ist eine Demonstration von „Bikers for Freedom“ angekündigt. Rund 1000 Motorradfahrer sollen nach Dortmund kommen. Es könnten auch mehr werden.

Dortmund

, 22.07.2020, 12:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am kommenden Sonntag (26. Juli) sollen rund 1000 Motorradfahrer in der Innenstadt an einer Demo der Bewegung „Bikers for Freedom“ teilnehmen. Das geht aus einer Ankündigung der Veranstaltung vor, die die Polizei Dortmund meldet. Auch mit Verkehrsbeeinträchtigungen ist zu rechnen.

Laut der Mitteilung der Polizei richtet sich die Demonstration gegen drohende Fahrverbote für Motorräder. Ähnliche Demonstrationen gab es seit dem 4. Juli bereits in anderen deutschen Großstädten. Vereinzelt kamen deutlich mehr Teilnehmer, als angekündigt waren. Auch für Dortmund könne das nicht ausgeschlossen werden.

In München waren 10.000 Teilnehmer auf der Straße, in Düsseldorf rund 5000. Am Sonntag (26.7.) gibt es in mehreren Städten zeitgleich Protestfahrten.

Bundesrat will „freies Fahren“ einschränken - Biker sprechen von „Kollektivstrafe“

Der Grund für die Demonstrationen ist ein Entschließung des Bundesrates, in besonders betroffenen Regionen künftig Sonntagsfahrverbote und deutliche Lärmeinschränkungen einfacher durchsetzen zu können. „Bikers for Freedom“ richtet sich gegen diese „Kollektivstrafe“.

Die Bundesländer, darunter auch Nordrhein-Westfalen, setzen sich damit auch dafür ein, die zulässigen Geräusch-Emissionen auf auf maximal 80 dB(A) zu begrenzen - in etwa entsprechend eines vorbeifahrenden Lkw. Der Bundesrat sieht „dringenden Handlungsbedarf“ beim Thema Fahrverbote und Lärmminderung.

Anders als bei einem Gesetzesvorschlag ist die sogenannte Entschließung des Bundesrates eine rechtlich nicht bindende Aufforderung, in der Regel an die Bundesregierung. CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer hatte bereits angekündigt, den Empfehlungen der Länderkammer nicht folgen zu wollen, weil er die aktuellen Regelungen für ausreichend hält.

Verkehrsbeeinträchtigungen in der Innenstadt erwartet

Dennoch gehen die motorisierten Demonstrationen weiter. Laut der Polizei werden sich die Demonstranten am Parkplatz E2 an den Westfalenhallen treffen und von dort aus über die Ardeystraße, die Maurice-Vast-Straße und die Ruhrallee in Richtung Innenstadt fahren.

Dort werde der Demonstrationszug dann eine komplette Runde um den Wall drehen und über die Ruhrallee wieder zum Parkplatz an den Westfalenhallen zurückfahren.

Angemeldet worden sei die Demonstration für die Zeit von 12 bis 16 Uhr. Die Polizei werde den Aufzug begleiten. An der genannten Strecke und den Zufahrten sei aber mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen.

Dortmund hat eine große Motorradszene

Motorradfahrer sind eine große Gruppe: Rund vier Millionen Fahrzeuge sind in Deutschland angemeldet.

Dortmund ist einmal im Jahr bei der größten europäischen Motorradmesse Treffpunkt der Szene. Mit der Hohensyburg gibt es ein häufig frequentiertes Ziel für Zweirad-Touren. Die latente Debatte über Lärm und Unfallgefahr rund um die Serpentinen gehört dazu.

Nach den bisherigen Eindrücken mischen sich auf den „Biker for Freedom“-Demos viele unterschiedliche Arten von Motorradfahrern. Hobby-Fahrerinnen und Fahrer setzen sich für „freies Fahren“ ebenso ein wie der Bundesverband der Motorradfahrer.

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Auf einigen Demonstrationen waren zugleich Bilder zu sehen, auf denen Mitglieder von Motorrad-Clubs wie den „Bandidos“, den „Hells Angels“ oder den „Freeway Riders“ gemeinsam auftraten.

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