Mitarbeiter erhalten Kündigungen - Nervenspiel um Sporthaus in Dortmund

Kaufhof und Karstadt Sports

Die Mitarbeiter von Kaufhof und Karstadt Sports in Dortmund haben ihre Kündigungen erhalten. Trotzdem gibt es wieder Hoffnung - zumindest fürs Karstadt-Sporthaus.

Dortmund

, 30.07.2020, 18:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der alte Kaufhof am Westenhellweg in Dortmund

Der alte Kaufhof am Westenhellweg in Dortmund © Oliver Schaper (Archivbild)

Der Galeria-Konzern macht seine Ankündigungen wahr: Alle rund 50 Mitarbeiter von Karstadt Sports sowie 29 Kaufhof-Beschäftigte, die nicht in die Transfergesellschaft wechseln, haben von ihrem Arbeitgeber die Kündigungen zum 31. Oktober erhalten.

„Wir sind am Nullpunkt, die Stimmung unter den Beschäftigten ist am Boden“, sagte Kornelia Selchow-Kersching, Betriebsratsvorsitzende bei Karstadt Sports am Alten Markt am Donnerstagmorgen (30.7.).

Sie war mit weiteren Beschäftigten nach Berlin gefahren, um Galeria-Eigentümer Benko in einer Protestaktion 40.000 in Dortmund gesammelte Unterschriften für den Erhalt beider Häuser einzureichen - und eine Transfergesellschaft auch für die Sport-Mitarbeiter einzufordern.

Achterbahnfahrt der Gefühle bei Karstadt-Sports-Mitarbeitern

Doch die wird vielleicht gar nicht nötig werden: Am Donnerstagnachmittag keimte plötzlich wieder Hoffnung auf. Da machten unverhofft Meldungen die Runde, nach denen nun doch bundesweit vier weitere Sporthäuser geöffnet bleiben – darunter das Dortmunder Sportgeschäft.

„Wir haben das auch gehört“, sagte Betriebsratsvorsitzende Selchow-Kersching auf Anfrage. „Eine Bestätigung haben wir bislang aber nicht bekommen.“ Die Eigentümer des Sporthauses waren dazu am Donnerstag nicht mehr zu erreichen.

Für die Beschäftigten glich der Tag einer Achterbahnfahrt der Gefühle: Noch am Morgen war bei den Betriebsräten von einem Brief die Rede, den Galeria Karstadt Kaufhof nach einem Bericht des Fachmagazins „TextilWirtschaft“ an die Oberbürgermeister aller Schließungs-Standorte geschrieben haben soll.

Stadt Dortmund hat bisher keinen Brief von Galeria Karstadt Kaufhof bekommen

Tenor: Alle Häuser, die jetzt noch auf der Liste stehen, hätten keine Zukunft mehr und würden dicht gemacht. Weil bestimmte Parameter nicht erfüllt sein sollen.

Die Stadt Dortmund allerdings konnte den Eingang eines solchen Schreibens bis nachmittags 17 Uhr nach Angaben von Verwaltungssprecher Michael Meinders nicht bestätigen.

Das erlösende Signal für die insgesamt 86 Kaufhof-Beschäftigten allerdings ist weiterhin ausgeblieben. Bei den Stadtspitzen stellt man sich inzwischen darauf ein, dass Galeria die Kaufhof-Filiale am Westenhellweg tatsächlich am 31.10. vom Markt nimmt. Man werde weiter mit Galeria im Gespräch bleiben, ließ OB Sierau verlautbaren.

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