Spuren einer Brandnacht: Dieser VW Fox wurde bei einer mutmaßlichen Brandstiftung an einem Transporter in Mitleidenschaft gezogen. © Uwe von Schirp
Brandstiftung

Wer tut das nur? Brennende Autos machen die Menschen sehr misstrauisch

Brennende Autos sind keine guten Nachbarn. Entsprechend ist die Stimmung in der Dortmunder Siedlung, in der am Wochenende wieder Autos in Flammen standen. Eine Spurensuche vor Ort.

Schwarzer Ruß liegt auf der gepflasterten Wohnstraße. Daneben Scherben und eine VW-Kühlergrill-Plakette. Es sind Spuren eines Feuers. In der Nacht zu Samstag (24.7.) brannte hier ein Transporter komplett aus. Zwei weitere Fahrzeuge wurden in Mitleidenschaft gezogen und ebenfalls schwer beschädigt.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung, heißt es in einer Pressemitteilung der Dortmunder Polizei am Montag. Ein Zeuge habe gegen 2.20 Uhr den Brand gemeldet. „Mit Eintreffen der Beamten brannte ein Pkw in voller Ausdehnung“, so die Polizei-Pressestelle.

„Die Flammen schlugen auf zwei weitere Fahrzeuge über und verursachten Sachschaden.“ Diese beiden Fahrzeuge, ein weiterer Transporter und ein VW Fox, stehen gut 50 Meter entfernt vor dem Haus der Halter.

Eine Nacht „wie im Film“

Aysun Leven war am Wochenende zu Besuch in ihrem Elternhaus. „Das kennt man nur aus dem Film“, schildert sie die Nacht zum Samstag. „Es schellt, man steht auf, und es stehen Kripo und Feuerwehr vor der Tür.“ Durch die Hitze des brennenden Transporters ist die komplette Front des VW ihrer jüngsten Schwester weggeschmolzen.

„Jemand, der so etwas macht, muss hasserfüllt sein“, sagt Aysun Leven. Es sind nicht die ersten Autos, die in der Straße brennen. Bereits im Januar stand ein VW Polo ein paar Meter weiter in hellen Flammen.

Manche Deusener mutmaßten damals, dass das Feuer auf Parkplatz-Streitigkeiten zurückzuführen sei. Parkraum ist in der Tat in den Deusener Wiesen knapp. „Jeder hat einen eigenen Parkplatz“, sagt Layla Aktepe, ebenfalls eine Tochter der geschädigten Familie. „Der Rest gehört der Stadt.“

Wie in allen verkehrsberuhigten Zonen, sind diese Parkflächen durch ein andersfarbiges Pflaster markiert. Auch am Montag parken Autos auf nicht ausgewiesenen Stellplätzen. Der Brandort ist ebenfalls kein Parkplatz. „Aber die Autos blockieren ja keine Einfahrt“, sagt Layla Aktepe.

Brandort liegt im Grünzug

Der Tatort liegt zwischen zwei Teilen eines Grünzugs. Der dient als Überflutungsfläche bei Starkregen und zieht sich von den Feldern im Süden bis zum nördlich gelegenen Kreyenbach-Graben. Drumherum eine Siedlung mit Eigenheimen und kleineren, modernen Mehrfamilienhäusern.

Ruß, Scherben und eine Markenplakette vom Kühler: Die Spuren des Brandes sind in den Deusener Wiesen noch sichtbar.
Ruß, Scherben und eine Markenplakette vom Kühler: Die Spuren des Brandes sind in den Deusener Wiesen noch sichtbar. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Es ist ruhig an diesem Ferienmontag. Kinder spielen im Garten. Ein junger Mann geht mit den Hunden seiner Eltern Gassi. Ein Anwohner fegt vor seinem Haus, ein Stück vom Brandort entfernt. Nein, er habe nichts gehört, sagt er. Seine Frau habe ihn dann auf die Rußspuren auf der Fahrbahn aufmerksam gemacht.

Ein anderer Anwohner wohnt nur wenige Meter vom Brandort entfernt. „Wir sind erst am Samstagabend aus dem Urlaub zurückgekommen“, erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Er verweist auf seine Nachbarn in der anderen Hälfte des Doppelhauses.

Nein, sie wolle nichts dazu sagen, erklärt die Bewohnerin. Ihrem Mann gehört der ausgebrannte Transporter. Der sei aber „gerade nicht da“ und „heute nicht mehr erreichbar“.

Merkwürdige Stimmung im Deusener Viertel

Eine merkwürdige Stimmung liegt über der Siedlung, nur einen Steinwurf von der renaturierten Emscher entfernt. Die Blicke aus den wenigen vorbeifahrenden Autos wirken misstrauisch und fragend. Eine Frau bringt den Müll heraus und bleibt während unserer Recherchen etwas länger an der Tonne stehen. Dann geht sie schnell ins Haus.

Nach dem Brand im Januar untersuchte die Polizei den Fall. Aufgeklärt ist er bis heute nicht. Das Ordnungsamt habe das Parken in dem verkehrsberuhigten Viertel kontrolliert, erzählt ein Anwohner.

Nun bittet die Polizei um Mithilfe. „Wer hat bereits vor der genannten Tatzeit verdächtige Personen im Bereich der Straße Deuser Wiesen beobachtet?“, fragt sie. Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalwache der Dortmunder Polizei unter (0231) 132-7441 zu melden.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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