Eines der toten Lämmer, die in der Tierkadaver-Tonne von Arche90 gefunden wurden. © Arche90
Mehrere tote Lämmer

Veterinäramt: Todesrate bei Problemschäfer „liegt im Normbereich“

Ein verendetes Mutterschaf mit seinem Lamm, das Arche90 in einer Tierkadaver-Tonne eines Schäfers gefunden hat, wirft Fragen auf. Dortmunds Veterinäramt hat nur einige davon bisher beantwortet.

Woran sind das Mutterschaf und mehrere Lämmer gestorben, die Tierschützer von Arche90 am vergangenen Freitag (12.2.) in einer Tierkadaver-Tonne vor einem ehemaligen Schweinestall in Dortmund-Oestrich gefunden haben? Die Frage hätte die Tierschutzorganisation gern geklärt, durfte aber auf Anweisung des Dortmunder Veterinäramtes die Tiere nicht untersuchen lassen.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Tierquälerei. Schaf und Lämmer gehören einem Schäfer aus Castrop, der bei der Arche90 nur noch „Problemschäfer“ heißt, weil er immer wieder durch Vernachlässigung seiner Schafe auffällt und auch wiederholt Auflagen vom Veterinäramt bekommen hat.

Auf Anfrage erklärte das Veterinäramt, der vom Schäfer gemietete Stall sei schon vor der Polizeikontrolle am Freitag bekannt gewesen und kontrolliert worden. Dort muss der Schäfer Mutterschafe mit ihren Lämmern sowie hoch trächtige Schafe während der aktuell niedrigen Temperaturen unterbringen.

Pathologische Untersuchung

„Verendete Schafe oder Lämmer sammelt der Schäfer ordnungsgemäß in einem roten 240 l Abfallcontainer“, teilt das Veterinäramt über die Pressestelle der Stadt mit. Der Schäfer beauftrage die Leerung des Behälters zur Entsorgung bei einer Tierkörperbeseitigungsanstalt.

Bereits am Donnerstagnachmittag hätten sich in dem Container ein verendetes Mutterschaf und ein dazugehöriges Lamm befunden. „In der Schafzucht können auch Lämmer bei der Aufzucht verenden. Die Verluste liegen bis jetzt in diesem Stall im Normbereich“, so die Feststellung des Veterinäramtes.

Die Polizei ermittelt, weil der Verdacht besteht, dass die Tiere erfroren oder verhungert sein könnten. Warum das Veterinäramt die Kadaver nicht daraufhin untersuchen lässt, hat die Stadt am Montag (15.2.) nicht beantwortet. Auch nicht, warum man Arche90 die Tiere nicht zur Untersuchung auf eigene Kosten überlassen hat.

„Lebensschwache Neugeborene“

Sie teilt lediglich mit, dass mit einer pathologischen Untersuchung (Veterinärpathologie) versucht werden könne, „eine ätiologische (ursprüngliche) Todesursache zu finden. Häufige Diagnosen sind Herz- Kreislaufversagen oder ungenügende Entwicklung oder Belüftung der Lunge.“ Man spreche allgemein auch von „lebensschwachen Neugeborenen“.

Bei dem Mutterschaf und seinem Lamm könne nicht von einer Vernachlässigung gesprochen werden, so das Amt weiter: „Die Tiere befanden sich in einem dafür geeigneten Stall und wurden adäquat versorgt.“

Der Schäfer werde weiterhin sehr regelmäßig kontrolliert und notwendige Maßnahmen wurden und würden weiterhin angeordnet, Verstöße würden geahndet. Zu möglichen Bußgeldern oder Ähnlichem allerdings könne „mit Blick auf ein laufendes Verfahren nichts gesagt werden“.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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