Mercedes-Benz-Besitzer Helmut Gotuk ist gerne der Chauffeur von „Konrad Adenauer“. © Beate Dönnewald
Oldtimer bei der Dekra

Verrückter Oldtimer-Fan: „Adenauer“ sitzt auf der Mercedes-Rückbank

Alle zwei Jahre werden die schmucken Oldtimer eines Mercedes-Benz-Veteranen-Clubs bei der Dekra in Dortmund unter die Lupe genommen. Kurios: Auch eine Konrad-Adenauer-Schaufenster-Puppe ist dabei.

Wenn Helmut Gotuk mit seinem Oldtimer unterwegs ist, hat er stets Gesellschaft: Denn auf der Rückbank sitzt eine Schaufensterpuppe, die Konrad Adenauer ein wenig ähnlich sieht. Der Maschinenbauer aus Herten ist gerne der Chauffeur des Altkanzlers.

„Die Puppe macht mehr Aufsehen als mein Auto“, sagt der Ingenieur, der einen Mercedes 300d, Typ Adenauer, sein Eigen nennt. Es war das siebte Fahrzeug des verstorbenen CDU-Politikers und hat erst 35.000 Kilometer auf dem Tacho. „Er läuft wie ein Uhrwerk“, sagt Gotuk zufrieden.

Deshalb hatte der Oldtimer-Fan am Samstag (25.9.) auch keine Zweifel, dass er nach der Hauptuntersuchung bei der Dekra in Dortmund-Marten die TÜV-Plakette erhalten wird. Auch seine Vereinskollegen des Mercedes-Benz-Veteranen-Clubs Ruhr bekamen für ihre Fahrzeuge den begehrten Aufkleber.

Diese Adenauer-Puppe sorgt für mehr Aufsehen als das schmucke Auto, in dem sie chauffiert wird.
Diese Adenauer-Puppe sorgt für mehr Aufsehen als das schmucke Auto, in dem sie chauffiert wird. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Insgesamt 20 chromblitzende Oldtimer wurden auf dem Dekra-Gelände am Martener Hellweg auf „Herz und Nieren“ geprüft. Nach der langen Corona-Pause war der Termin für die Club-Mitglieder gleichzeitig eine willkommene Gelegenheit, endlich wieder über ihre Lieblinge auf vier Rädern zu plaudern.

Bremssysteme aus dem Museum

„Diese Hauptuntersuchungen sind etwas anderes als bei neueren Fahrzeugen“, sagt der stellvertretende Niederlassungsleiter Dietrich Kobbe. Schließlich hätten die häufig schon über 50 Jahre alten Fahrzeuge eine andere Technik als die heutigen Autos. „Zum Teil sind Bremssysteme verbaut, die man nur noch aus dem Museum kennt.“

Noch ein Mercedes Adenauer: Die Cabrio-Ausführung gehört Günter Jalzik, der wie alle Vereinskollegen nach der Hauptuntersuchung seine Plakette erhalten hat.
Noch ein Mercedes Adenauer: Die Cabrio-Ausführung gehört Günter Jalzik, der wie alle Vereinskollegen nach der Hauptuntersuchung seine Plakette erhalten hat. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Manche hätten einen Hubraum, der heute nur in großen Lkw zu finden ist. Andere wiederum verfügten über eine Motorenleistung, die selbst durch heutige Kleinstfahrzeuge übertroffen würden. „Deshalb müssen wir mit Sorgfalt und hohem Sachverständnis an die Prüfung herangehen“, so Kobbe.

Oldtimer auf der Dekra-Hebebühne

Viele schmucke Fahrzeuge rollten auf die Dekra-Hebebühne, darunter ein zweiter Mercedes Adenauer, Baujahr 1952. Besitzer ist Günter Jortzik, der den Wagen fünf Jahre lang restauriert hat. Von diesem Cabriolet wurden nur 440 Stück gebaut. Weitere Schmuckstücke waren ein 190er Mercedes, der als „Rosemarie-Nitribitt-Cabrio“ Bekanntheit erlangte, und einer der ersten Diesel-Pkw, ein Mercedes 170 V.

Peter Kulp ist Vorsitzender des Veteranen-Clubs und hat den Dekra-Tag gemeinsam mit Dietrich Kobbe organisiert. Er brachte auch seinen 47 Jahre alten VW-Käfer mit.
Peter Kulp ist Vorsitzender des Veteranen-Clubs und hat den Dekra-Tag gemeinsam mit Dietrich Kobbe organisiert. Er brachte auch seinen 47 Jahre alten VW-Käfer mit. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Eines der letzten Fahrzeuge, das die Dekra-Mitarbeiter untersuchten, war kein Mercedes, sondern ein 47 Jahre alter VW-Käfer. Er gehört Peter Kulp, dem Vorsitzenden des Veteranen-Clubs. „Als Kind hat sich meine Tochter dafür geschämt, heute leiht sie sich ihn gerne aus.“

Günter Jorzik hat seinen Adenauer-Cabrio, Baujahr 1952, fünf Jahre lang restauriert.
Günter Jorzik hat seinen Adenauer-Cabrio, Baujahr 1952, fünf Jahre lang restauriert. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald
Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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