Auf dem kleinen Bolzplatz und auf dem großen Spielfeld der Bezirkssportanlage Lütgendortmund treffen sich regelmäßig Jugendliche zum Fußballspielen. Aufgrund der Coronaschutzverordnung sind die Plätze jedoch gesperrt. © Stephan Schütze (A)
Coronavirus

Verein appelliert an kickende Jugendliche: „Wir haben noch Corona“

Verbotenes Kicken auf dem Sportplatz. Schnell haben die Ertappten eine Ausrede: Urania hat‘s erlaubt. Keineswegs, erklärt der Lütgendortmunder Verein und appelliert an den Fußball-Nachwuchs.

Jugendliche kicken verbotenerweise auf einem Sportplatz. Eine Anwohnerin stellt sie zur Rede. „Urania hat‘s erlaubt“, erhält sie zur Antwort. Aus Sicht des Jugendlichen soll das wohl reichen. Er lässt die Frau stehen. So wie Anwohner Ralf Prostak die Geschehnisse geschildert hat, war ihm und seinen Nachbarn klar: Die Erklärung ist eine Ausrede.

Dirk Scharpenberg ist Vorsitzender von Urania Lütgendortmund. Die Berichterstattung über Dutzende kickende Jugendliche auf der Bezirkssportanlage in Lütgendortmund hat Mitglieder und Verantwortliche aufgeschreckt. Keineswegs habe der Verein den Jugendlichen die Nutzung erlaubt, unterstreicht Scharpenberg in einer E-Mail an diese Redaktion.

Ehrenamtliche können nicht rund um die Uhr kontrollieren

Das dürfe Urania auch gar nicht, weil „das Sport- und Bäderamt über die Nutzungsrechte verfügt und diese entsprechend vergibt“. Die Trainer hätten ferner die Kinder und Jugendlichen des Vereins informiert, dass die Nutzung der Anlage nicht erlaubt sei – inklusive rechtlicher Konsequenzen, wenn der Fußball-Nachwuchs sich nicht an das Verbot halte.

Die Anwohner hatten indes gar nicht die Urania-Jugend im Verdacht. „Schon seit einiger Zeit treffen sich dort Gruppen, die nicht vom Verein stammen“, sagt Ralf Prostak am Montag (1.3.).

Nicht nur in Lütgendortmund, sondern auch auf dem Sportplatz in Kirchlinde kicken Jugendliche ohne Abstand, Maske - und Kontrolle.
Nicht nur in Lütgendortmund, sondern auch auf dem Sportplatz in Kirchlinde kicken Jugendliche ohne Abstand, Maske – und Kontrolle. © privat © privat

Dirk Scharpenberg bestätigt die Beobachtung der Nachbarn. „Mehrfach haben wir Jugendliche gebeten, den Platz verlassen“, erzählt er im Gespräch mit dieser Redaktion. „Sie gehen dann und sind zehn Minuten später wieder da.“ Die ehrenamtlich Tätigen des Vereins sähen durchaus regelmäßig nach dem Rechten, „um den Platz frei zu halten“. Eine Kontrolle rund um die Uhr sei aber nicht zu leisten.

Hohe Verantwortung in Pandemie-Zeiten

Die Problematik auf den Fußballplätzen gebe es zudem nicht allein in Lütgendortmund. „Uns und auch anderen Vereinen ist das Problem der widerrechtlichen Nutzung durchaus bekannt“, erklärt Dirk Scharpenberg.

Am Mittwoch erhielt diese Redaktion ein Leser-Foto aus Kirchlinde. Es zeigt ebenfalls eine Gruppe Jugendlicher ohne Abstand und Maske auf einem Sportplatz.

Dirk Scharpenberg verweist schon in seiner E-Mail auf die „hohe Verantwortung“ des Vereins in Pandemie-Zeiten. Schon vor dem Lockdown habe Urania den Trainingsbetrieb eingestellt. „Wir können jetzt nur an die Jugendlichen appellieren, wir haben noch Corona“.

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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