An dieser Bushaltestelle passierte der Unfall mit Kind und Lkw. Gegen die Mutter hagelt es Vorwürfe. Wie unsensibel können Menschen sein?, fragt unsere Autorin. © Sophie Conrad
Meinung

Unfall mit Kind: Mutter wird öffentlich angeklagt – das ist erbärmlich!

Eine Mutter bangt nach einem Unfall mit einem Lkw um ihr verunglücktes Kind. Was passiert? Die Dortmunderin wird öffentlich an den Pranger gestellt. Unsere Autorin ist entsetzt. Ein Kommentar.

Jede Mutter und jeder Vater müsste sich in die Gefühlswelt dieser Dortmunderin hineinversetzen können. Ihre Tochter wurde von einem Lkw angefahren, nachdem sie hinter einem Bus auf die Bockenfelder Straße getreten war. Angst und Sorge um das verunglückte Mädchen treiben die Mutter um. So ginge es jedem, der sein Kind liebt.

Doch was passiert? Hochgradig unsensible Menschen haben nichts Besseres zu tun, als der Mutter Vorwürfe zu machen. Eine Frau, die unter Schock steht und zunächst nicht wusste, ob ihr Kind den Unfall überleben wird, stellt man in den sozialen Netzwerken an den Pranger.

Viele Schlaumeier meinen zu wissen, dass das Kind von seinen Eltern nicht ausreichend über richtiges Verhalten im Verkehr aufgeklärt wurde. Sogar der Vorwurf der Fahrlässigkeit steht im Raum, weil das Kind (11) allein unterwegs war.

Kinder sind unberechenbar

Geht‘s noch? Haben die Menschen vergessen, dass Kinder unberechenbar sind? 100 Mal verhalten sie sich vorbildlich im Straßenverkehr, beim 101. Mal sind sie abgelenkt, träumen vor sich hin oder schauen auf ihr Handy. Ja, das passiert und niemand kann sein eigenes Kind davon freisprechen. Aufklärung ist gut und wichtig, aber keine Garantie.

Die Mutter derart hart anzugehen, ist so übel, dass einem selbst übel wird. Das betrifft auch die voreiligen Vorwürfe gegen den Lkw-Fahrer. Denn die Verursacherfrage ist noch gar nicht geklärt.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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