Ali Dincer (vorne links) und sein Team verschenken im Kebaphaus Essen und Getränke an Obdachlose. © privat
Antalium Kebaphaus

Tolle Geste: Dortmunder Dönerladen verschenkt Essen an Obdachlose

Der Geschäftsführer des Kebaphauses verschenkt schon lange Essen an Obdachlose. Erstmals spricht der 31-Jährige öffentlich darüber, damit das Angebot gerade in diesen kalten Tagen bekannter wird.

Für Ali Dincer ist seine Großzügigkeit nichts Besonderes, sondern etwas Selbstverständliches. „Wir verdienen unser Geld und dann sollte man auch teilen“, sagt der 31-jährige Geschäftsführer des türkischen Restaurants „Antalium Kebaphaus“ in Dortmund-Nette.

Bereits seit zwei Jahren gibt der „Dönermann“, wie er sich selbst nennt, kostenlos Essen an Wohnungslose aus. „Eigentlich bin ich nicht der Typ, der über so was spricht,“ sagt er am Mittwoch (10.2.) im Gespräch mit dieser Redaktion. Doch aufgrund der aktuell extremen Kälte wünsche er sich, dass sein Angebot bekannter wird. „Diese Menschen brauchen doch unbedingt mal was Warmes.“

Die Bedürftigen haben die freie Auswahl

Deshalb „wirbt“ Ali Dincer nun in den sozialen Netzwerken für die gute Sache und hofft, über diesen Weg und vor allem über Mundpropaganda viele Wohnungslose zu erreichen. „Momentan ist es natürlich aufgrund des Wetters etwas schwierig, mein Geschäft an der Käthe-Kollwitz-Straße zu erreichen.“

Manche schaffen es aber trotzdem. Erst am Dienstag habe ein Mann ohne Wohnsitz den Weg in seinen Imbiss gefunden, freut sich Ali Dincer. „Seine frühere Nachbarin habe ihn geschickt, hat er erzählt.“ Wie alle Bedürftigen habe der ältere Mann die freie Auswahl gehabt. „Er hat schließlich ein Lah­ma­cun und ein Kaltgetränk mitgenommen“, so Ali Dincer. Es gebe bei ihm aber auch Kaffee und Tee für die frierenden Menschen.

In erster Linie verkaufen Ali Dincer und sein Team Döner und Pizzen. „Zusätzlich gibt es bei uns Grillspezialitäten. Die sind etwas teurer, aber auch die können die Wohnungslosen gerne bestellen.“

Restaurant war auch schon Schlafplatz

Im vergangenen Jahr habe er sein Restaurant auch als Schlafplatz für eine Nacht zur Verfügung gestellt. Es müssten noch viel mehr Betriebe den Wohnungslosen helfen, findet der 31-Jährige. „Aber viele denken leider nur an sich“, bedauert er.

Ali Dincer möchte aber nicht nur Bedürftige unterstützen. Ihm liegen auch die Jugendlichen im Ort am Herzen. Es sei ihm wichtig, dass sie „was aus ihrem Leben machen.“

Er versuche sie deshalb mit einem besonderen Versprechen zum Lernen zu motivieren. „Wer mir ein gutes Zeugnis vorgelegt, bekommt bei mir ein Jahr lang jeden Tag einen Döner und ein Getränk geschenkt“, so der 31-Jährige.

Mit „gutem Zeugnis“ meint Ali Dincer einen Einser-Schnitt. „Einen Zweier-Schnitt hatte ich selber, das ist ja nichts Besonderes“, sagt er und lacht. Bislang habe ihm noch niemand ein Zeugnis gezeigt, obwohl er sein Versprechen pausenlos wiederhole.

Doch Ali Dincer gibt die Hoffnung nicht auf. „Und wenn es einer geschafft hat, ist er vielleicht dankbar und sagt: ,Das habe ich dem Dönermann zu verdanken‘.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
Zur Autorenseite
Beate Dönnewald

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.