Die Schlossmauer bröckelt an einigen Stellen. © Privat
Schloss Bodelschwingh

Schlossmauer bröckelt: Spaziergänger schieben Absperrung ständig weg

An einer der Mauern, die das Schloss Bodelschwingh umgeben, bröckelt es. Die Straße „Zur Hunnenboke“ und ein Weg sind deshalb teilweise gesperrt – und das bereits seit September 2019.

Am Rand des Bodelschwingher Schlosses geht die Straße „Zur Hunnenboke“ in einen schmaleren Fußweg über. Doch der Putz der Mauer ist in die Jahre gekommen und bröckelt an einigen Stellen, manche Steine sind sogar heraus gebrochen.

Ein Teil des Fußweges „Zur Hunnenboke“ ist deshalb bereits seit September 2019 gesperrt. Im Januar hat die CDU-Ratsfraktion eine Anfrage auf den Weg gebracht, wann die Mauer instand gesetzt und der Weg wieder vollständig freigegeben wird. Bislang jedoch ohne Rückmeldung.

„Es wird nach so vielen Monaten Zeit, dass Bewegung in die Sache kommt“, sagt CDU-Ratsmitglied Erwin Bartsch. Er wohnt unweit des beschädigten Mauerteils und beobachte beinahe täglich, wie Spaziergänger und Radfahrer die dortige Absperrung annehmen.

Mauer gehört zum Schloss

„Das Verbot wird permanent missachtet“, sagt Erwin Bartsch. „Mit und ohne Kinderwagen oder Hund spazieren die Leute weiterhin dadurch.“ Auch deshalb drängt er auf eine Beseitigung der Schäden. Denn dann könne der Weg wieder erlaubter Weise und gefahrlos benutzt werden.

„Eine Corona-bedingte Verzögerung solcher Arbeiten ist ja in Ordnung“, sagt Erwin Bartsch. „Aber so langsam könnte sich ruhig etwas tun.“ Die Stadt Dortmund kann den Vorgang jedoch nicht beschleunigen, wie Stadt-Pressesprecher Christian Schön auf Anfrage mitteilt.

Die Mauer gehört zum Schloss Bodelschwingh und ist nicht in städtischem Besitz. Eine Anfrage bezüglich der Instandsetzung der Mauer und der daraus folgenden Freigabe des Fußweges an die Schlossverwaltung und die Familie zu Knyphausen, Eigentümerin des Schlosses Bodelschwingh, läuft.

Stadt-Pressesprecher Christian Schön kann jedoch einen kleinen Einblick in die im Hintergrund laufenden Prozesse geben, obschon die Absperrung selbst ebenfalls von den Schlossherren zur Sicherung des Weges veranlasst wurde.

Denkmalschutz ist problematisch

„Der genaue Instandsetzungs-Zeitpunkt konnte bislang nicht anberaumt werden, hier ist unter anderem auch der Denkmalschutz zu beachten“, erklärt Christian Schön. Denn die Mauer des um 1300 erbauten Schlosses steht ebenso wie das Schloss selbst unter Denkmalschutz.

Zumindest in einem Punkt gibt es dennoch einen Fortschritt. Die Firma, die für die Absperrung des Weges zuständig ist, sei aufgefordert worden, die Absperrung häufiger zu kontrollieren, versichert Christian Schön.

So sollen die Verschiebungen der Baken weitestgehend eingedämmt werden. Erwin Bartsch hofft nun, dass trotz aller Denkmalschutz-Vorgaben bald auch die Instandsetzung der Mauer und die Freigabe des Weges folgen können.

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Carolin West

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