Die Umbauarbeiten im Dortmunder Indupark laufen auf Hochtouren. Am Montagvormittag waren bereits die Einkaufswagen mit dem Kaufland-Logo versehen. © Beate Dönnewald
Große Baustelle

Real-Kaufland-Umbau im Indupark: Geschlossene Geschäfte und Umsatzeinbußen

Aus Real wird Kaufland: Der Umbau im Dortmunder Indupark läuft auf Hochtouren. Einige Geschäfte haben deshalb geschlossen, Inhaber sprechen von hohen Einbußen.

Dieses Vorhaben ist sportlich: Innerhalb von dreieinhalb Tagen soll aus dem ehemaligen Real-Markt in Dortmund-Kley ein „Kaufland“ werden. Die Umbauarbeiten hinter großen Roll-Toren, auf dem Parkplatz und am Gebäude sind auch am Montagvormittag (18.10.) auf Hochtouren gelaufen.

Die meisten Geschäfte im Indupark-Center haben wie gewohnt geöffnet. Doch wer im Drogeriemarkt, in den Modegeschäften, in der Apotheke oder im Media Markt einkauft, braucht starke Nerven. Denn Baustellenlärm, allen voran die ohrenbetäubende Akustik diverser Bohrer, schmälert das Einkaufsvergnügen erheblich.

„Feinkost A“ bleibt bis einschließlich Dienstag geschlossen. Der Inhaber nutzt die Zeit für Reparatur- und Aufräumarbeiten. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Auf den ersten Blick ist es nicht einmal leerer als üblich im Indupark an der Wulfshofstraße zu sein. Auf dem Parkplatz stehen viele Autos, Kunden genießen eine Tasse Tchibo-Kaffee oder lassen sich gerade ein frühes Mittagessen am Imbiss schmecken. Die Tchibo-Markleiterin bestätigt den Eindruck. „Es ist okay. Wir haben nicht viel weniger Kunden als sonst.“

„80 bis 90 Prozent weniger Umsatz“

Doch ein Mitarbeiter des asiatischen Restaurants „Asia Fu Loi“ macht ganz andere Erfahrungen. „Heute ist nichts los, schauen Sie doch“, sagt er und zeigt auf die verwaisten Stühle und Tische. Sein Blick in die Zukunft fällt trübe aus: „Es gibt einen Kaufland in Hombruch und im Ruhrpark, das werden wir spüren und weniger Gäste als früher haben.“

Hinter den großen Roll-Toren wird emsig um- und aufgebaut. Das verraten ein Blick durch die Schlitze und die Baustellen-Akustik.
Hinter den großen Roll-Toren wird emsig um- und aufgebaut. Das verraten ein Blick durch die Schlitze und die Baustellen-Akustik. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Joerg Lipken, der schon seit vielen Jahren Quarkbällchen gegenüber von „Deichmann“ verkauft, leidet ebenfalls unter der Real-Schließung. „Der Supermarkt war ganz klar der Frequenzbringer“, sagt der Verkäufer aus Wuppertal. Er habe aktuell 80 bis 90 Prozent Umsatzeinbußen. „Schon in der vergangenen Woche lief der Verkauf deutlich schleppender, weil die Kunden ja nicht mehr alles im Real bekommen haben.“

Lipkens Prognose für die Zukunft fällt dennoch optimistisch aus. „Bei der Neueröffnung von Kaufland wird es hier voll werden. Die Leute sind doch neugierig.“ Aufgrund des vielfältigen Indupark-Angebots rechnet er zukünftig mit keinen Einbrüchen. „Hier gibt es doch für alle etwas.“

Im asiatischen Restaurant Aisa Fuloi herrscht zumindest am späten Montagvormittag gähnende Leere.
Im asiatischen Restaurant Aisa Fuloi herrscht zumindest am späten Montagvormittag gähnende Leere. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Feinkost-Laden geschlossen

Bei unserem Besuch vor Ort können wir am Montag nur zwei Geschäfte entdecken, die geschlossen sind. Im Restaurant „Mama Cuisine“ bleibt die Küche aktuell kalt. „Unser Buffet ist vorübergehend geschlossen!“, steht auf den Schildern, die auf den Tischen platziert wurden. Ob die Schließung mit dem Umbau zusammenhängt, ist nicht erkennbar.

Auch auf dem Indupark-Parkplatz herrscht ein wenig Chaos.
Auch auf dem Indupark-Parkplatz herrscht ein wenig Chaos. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Auch Adnan Haddau vom gleichnamigen Feinkost-Laden hat sich entschieden, sein Geschäft am Montag und Dienstag (19.10.) nicht zu öffnen. „Das lohnt sich nicht, da kommt doch keiner“, meint er. Der Geschäftsmann nutzt die Zeit für Aufräum- und Reparaturarbeiten.

Am Mittwoch (20.10.) sollen alle Real-Spuren verschwunden sein. Um 7 Uhr wird der neue Kaufland-Markt eröffnen.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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