Claudia Brückel und Reiner Schramowski möchten etwas gegen die Raser in Deusen zun. © Holger Bergmann
Raser

Raser in Deusen: Pförtner-Ampel soll den Verkehr einbremsen

Vor der Grafenschule gilt Tempo 30. Eigentlich. Tatsächlich gehen längst nicht alle Autofahrer vom Gas. Jetzt soll eine neue Technik die Raser ausbremsen. Eine Pförtnerampel.

Es könnte so ruhig und entschleunigt sein in Deusen. Abseits im Stadtgebiet gelegen müsste man sich eigentlich keine Gedanken um den Verkehr im Dorf machen. Doch leider ist die Deusener Straße die kürzeste
Verbindung vom Hafen zur Autobahn A2.

Deshalb gibt es dort nicht nur viel, sondern auch viel zu schnellen Verkehr. Längst nicht alle Autofahrer halten sich an die Tempo-30-Vorgabe auf Höhe der Grafenschule.

Dialog-Display sollte grün blinken

Seit kurzer Zeit gibt es ein Dialog-Display. Auf dem Weg in Richtung Schule werden aufmerksame Fahrer mit einem grün leuchtenden „Danke“ belohnt. Die Raser sehen ein rot blinkendes „Langsam“.

Die Wirkung ist begrenzt. „Hier wird immer noch gerast“, ärgert sich Anwohner Reiner Schramowski. Auf der Suche nach Lösungen ist Claudia Brückel, Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bezirksvertretung Huckarde und selbst Deusenerin, auf eine neue Idee gestoßen.

Eine Variante bekannter Zuflussregelungsanlagen

Die Idee stammt aus Hessen und ist eine Abwandlung bereits bekannter Zuflussregelungsanlagen. Ihr Name ist „Pförtnerampel“. Das Prinzip ähnelt den bekannten Ampeln an Autobahn-Zufahrten, die bei dichtem Verkehr auf Rot springen wenn sich ein Auto nähert.

Städte wie Düsseldorf und Wiesbaden nutzen diese Technik bereits, um den Zufluss in ihre Innenstädte zu regulieren. Fahren zu viele Autos in die Stadt, schalten die Ampeln häufiger auf Rot.

Rot-Licht für Raser

An der Deusener Straße vor der Grundschule gibt es eine Fußgänger-Ampel. Dort könnte die Technik der Zuflussregelung mit der der Dialog-Displays kombiniert werden, meint Claudia Brückel: „Wenn sich ein zu schnelles Auto der Ampel nähert, bekommt es Rot-Licht, wenn der Fahrer abbremst, gibt es wieder Grün-Licht“.

„Das dürfte auch nicht besonders teuer werden“, meint die erfahrene Politikerin, denn alle Techniken sind ja bereits verfügbar. Genau das soll jetzt herausgefunden werden. Die Bezirksvertretung hat einen Prüfantrag der CDU verabschiedet. Die Stadt Dortmund soll die Machbarkeit einer Pförtner-Ampel prüfen.

Modell-Projekt für ganz Dortmund

Deusen könnte dann als Modell für weitere problematische Verkehrs-Situationen in Dortmund fungieren. „Es gibt so viele Straßen in Dortmund, wo Tempo 30 gilt und sich keiner dran hält“, sagt Claudia Brückel.

Als nur eines von vielen Beispielen nennt Claudia Brückel die Bockenfelder Straße in Kirchlinde. Eine gerade, gut ausgebaute Straße mit Haltestellen vor dem Schulzentrum Kirchlinde. „Da fährt auch keiner 30 wie vorgesehen.“

Hinweis: In einer ersten Version hatten wir fälschlich von der Gildengrundschule gesprochen. Die liegt aber an der Friedrichsruher Straße.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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