Einer 91-jährigen Dortmunderin wurde in Nette die Handtasche geraubt. Die Polizei sucht nach Zeugen. (Symbolbild) © dpa
Gestohlene Spendendose

Polizei erklärt: Straftaten anzuzeigen ist immer sinnvoll

Eine Kinderschutzbund-Spendendose ist aus der Boutique „La Vida“ gestohlen worden. Angezeigt hat die Inhaberin den Diebstahl nicht. Zwei Gründe, warum sich eine Anzeige in jedem Fall lohnt.

Wenn die Polizei bei einem Fahrrad-Diebstahl oder illegal gesprühter Graffito keine Täter fassen konnte, ist der Frust bei der Person groß, die die Anzeige gegen Unbekannt aufgegeben hat.

In der Regel informiert die Polizei per Brief, wenn ihre Arbeit erfolglos war. „Die Ermittlungen wurden eingestellt“, heißt es dann.

Spendendose gestohlen

In einem aktuellen Fall in Mengede ist in einer Boutique eine Kinderschutzbund-Spendendose gestohlen worden. Angezeigt hatte die Inhaberin den Diebstahl nicht.

Der Grund: Frust. Sie habe in der Vergangenheit mehrfach festgestellt, dass eine Anzeige zu keinem Erfolg führe.

Für den Frust hat Polizeisprecherin Dana Seketa Verständnis. Sie räumt ein, dass es, je nach Fall, unterschiedlich hohe Erfolgschancen gibt, den oder die Täter zu fassen. „Wir können nicht jeden Fall lösen“, sagt sie.

Dana Seketa ist Pressesprecherin der Polizei Dortmund.
Dana Seketa ist Pressesprecherin der Polizei Dortmund. © Peter Bandermann (Archiv) © Peter Bandermann (Archiv)

Dennoch nennt Dana Seketa Gründe, warum es wichtig ist, Straftaten anzuzeigen.

  • Für den „Gesamteinblick“ sei es unerlässlich zu wissen, wo wann welche Straftaten verübt werden. Dadurch kann die Polizei schauen, welche Bereiche „verstärkt ins Auge“ genommen werden müssen.
  • Wer keine Anzeige aufgibt, gibt der Polizei keine Chance, den oder die Täter zu finden.

Seketas Appell: „Zeigen Sie Straftaten an, damit wir einen Versuch unternehmen können“. Eine Anzeigen-Pflicht gibt es jedoch in Deutschland nicht.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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Frederike Schneider

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